Das Lvstprinzip muss queerer werden – triff mich am CSD

Wahrscheinlich sind Homosexuelle in Wirklichkeit eben doch die besseren Menschen. Zumindest, was den Umgang mit der eigenen Sexualität betrifft.

Laut Handspielreport masturbieren Homosexuelle statistisch gesehen zum Beispiel nicht nur öfter als Heteros – 38% der Homosexuellen 11-25 mal im Monat vs 33% der Heterosexuellen 1-5 Mal im Monat (die Sozialwissenschaftlerin in mir schnaubt laut ALS OB!), sie sind auch noch zufriedener (befriedigter?) danach. Auch in einer homosexuellen Partnerschaft wird weitaus öfter noch selbst Hand angelegt als in einer heterosexuellen. Nix mit Wenn mein Schatzi ohne mich Pornos schaut betrügt er mich! Und es wird sogar noch romantischer: LGBT-People denken beim Masturbieren rund doppelt so oft an eine ihnen bekannte Person wie Heterosexuelle. Awwwwwwww!

Genug der trockenen Statistik, die wirklich entscheidende Frage ist doch: was können wir maximal Teilzeitbisexuellen, Kinsey-Mittelgrauen von der Queer Community lernen? Ich für meinen Teil kann hier nur mutmaßen – falls du meine steile These Schwachsinn findest, teil´s mir gerne in den Kommentaren mit! Denn auch wenn unter den Kerben in meinem Bettpfosten auch ein paar wirklich wunderbare Frauen waren, musste ich mich für meine Sexualität noch nie im Leben rechtfertigen. Ehrlich gesagt, ist es wahrscheinlich sogar Teil meines Selbstverständnisses als ach so aufgeklärte, weltoffene Sexkolumnistin, zwischendurch auch mal ein paar Mumus durchs Bett gejagt zu haben. Genau so, wie ich nie über Bondage schreiben würde, ohne mich selbst mal ne Runde einschnüren zu lassen, gehört das für mich irgendwie einfach einfach dazu. Ich mag Frauen, ich mag wie Frauen riechen, ich fasse Frauen gerne an – aber meist landet dann da doch wieder so ein Penisträger in meinem Bett.

Auch wenn ich es – egal mit wem man so vögelt – grundsätzlich wichtig finde, für die eigene Sexualität einzustehen, wurde ich noch nie im Leben gesellschaftlich dazu gezwungen, weil meine Vorlieben als großartig von der Norm abweichend eingestuft worden wären.

Das ist bei den meisten LGBT-Leuten, die ich kenne, anders. Wer bin ich? In wen verliebe ich mich? Und mit wem möchte ich welchen Sex haben? Das sind Fragen, denen sich jeder von uns früher oder später stellen muss. Menschen, die feststellen, dass ihre Vorlieben nicht denen von Otto Normalhetero entsprechen, wahrscheinlich eher ein bisschen früher. Und auch, wenn sexuelles Begehren niemals ein Politikum sein sollte, scheint es für den Umgang mit der eigenen Sexualität ja auch nicht zu schaden, sich diese Fragen eher früh zu stellen. Die aktive Auseinandersetzung mit dem, was uns anmacht und reizt, ist der Schlüssel zum Glück. Amen.

Hier auf Lvstprinzip plädieren wir ja sozusagen seit Anbeginn der Menschheit dafür, mit dem Sex zu reden, statt immer nur über ihn. Ja, dieser Blog wird von einer Frau betrieben, aber nein, es ist kein Frauensexblog. Ja, ich mag Penisse rein statistisch gesehen lieber als Vulven, aber es ist kein Heterosexblog.

Das Gespräch mit dem Sex lebt vom Perspektivenwechsel. Und jetzt kommst Du ins Spiel: lass uns über Deine queere Sexualität plaudern!

Gemeinsam mit TENGA verlosen wir 2×1 VIP Ticket für den Christopher Street Day am 22. Juli in Berlin. Nur Du (schwul/lesbisch/whatever), ich, ein heterosexueller Mann und mein selbstredend höchst diskretes Diktiergerät, in einer kuscheligen Ecke im VIP-Bereich. Wir köpfen ein paar Piccolöchen, Du erfährst mehr über meine Vagina als dieses Internet jemals wissen wird und verrätst mir im Gegenzug ein paar LGBT-Sex-Lifehacks, die auch noch den härtesten Hetero hier auf Lvstprinzip ganz schnell zum Licht der Wahrheit führen werden. Selbstredend so anonym wie gut für Dich ist, wir sind hier ja unter uns. Zur Entspannung nach dem ganzen Gequatsche legt TENGA dann noch das ein oder andere Toy für dich in´s Körbchen. Na wie klingt das, geil oder geil?

Um das exklusive Lvstprinzip-Dreamdate mit mir zum CSD bestehend aus VIP-Ticket, Meet and Greet und Toypaket am 22.7. in Berlin zu gewinnen, beantworte einfach hier in den Kommentaren bis 16. Juli folgende Frage: was sollten Heterosexuelle endlich mal lernen? Teilnamebedingungen: Du bist über 18 und bedrohst in deiner Freizeit Kernfamilien, äh, fühlst dich der LGBT-Community angehörig. Keine Sorge, Deine Emailadresse sieht man beim Kommentieren nicht, von mir erfährt´s Tante Sieglinde also sicher nicht! Und hatte ich schon erwähnt, dass ich mich auf Dich freue?

Titelfoto: Aaron Tsuru (c) tsurufoto.com

Entstanden in freundlicher Kooperation mit TENGA.

Theresa ist Journalistin, Digitalnomadin und die Gründerin von Lvstprinzip. Sie mag Hendricks Tonic mit viel Gurke und selbstironische Männer mit Bart.

11 Kommentare

  • Antworten Juli 13, 2017

    Jess

    … dass sie sich gar nicht einbilden müssen sie wären anders als Homosexuelle

  • Antworten Juli 13, 2017

    Sophia

    Was sollten Heterosexuelle endlich mal lernen?
    Dass lebenslange sexuelle Monogamie ein unrealistisches Konstrukt romantisch-verklärter Gesellschaftsvorstellungen ist…

    Ich will ein Date mit dir 🙂

  • Antworten Juli 13, 2017

    Felix

    … Eine geschlechterneutrale Denkweise 🙂

  • Antworten Juli 13, 2017

    Anne

    ….dass wir alle zu einem sexuellen Orientierungsspektrum gehören und Heteronormativität nicht das Ende der Fahnenstange (pun intended) ist.

    PS: Der offene Blick auf die Tatsache, dass Sexualität ein sehr breit gefächertes Thema und weitaus mehr als PinV ist, würde mir als Gedankenansatz ja schon reichen…

  • Antworten Juli 13, 2017

    Jan-E. Ella

    Heterosexuelle Männer insbesondere sollten endlich mal lernen, dass ihre Männlichkeit nicht durch alle möglichen Nichtigkeiten gefährdet wird, die nicht in ein stereotypes Bild vom „echten Kerl“ passen.

    Nein, ihr werdet nicht plötzlich schwul, wenn ihr eine Person desselben Geschlechts umarmt.
    Nein, Salat statt Schnitzel bestellen entzieht euch nicht das Y-Chromosom, und mehr als vier Farben unterscheiden können auch nicht.
    Wenn manche Männer sich bei Kuschel- oder Flauschabenden förmlich dafür entschuldigen, dass ihre Hand mal die eines anderen Mannes berührt hat, ist das mehr als affig.

  • Antworten Juli 13, 2017

    Isabelle

    … dass Kinder nur vor (sexueller) Gewalt geschützt werden können, wenn mensch in jeder Hinsicht aufklärt ist.

  • Antworten Juli 13, 2017

    Zarah

    Heteros müssen per se gar nichts lernen. Aber alle Menschen sollten lernen, sich ihren Begehren zu öffnen, sich nicht zu schämen, andere zu respektieren und vor allem: Lustvoll genießen! Fuck Yeah!

  • Antworten Juli 13, 2017

    Lenni Bastert

    Was Heterosexuelle endlich mal lernen sollten_

    Heterosexuelle… hm, Heten.
    Normative Raketen.
    Orgasmisches Festhalten
    an Ete und Peteten.

    Sesam öffne dich,
    aber Siri funktioniert nich‘ –
    im Mittelalter –
    stecken geblieben?

    Okay, okay, alright, you win,
    ABER ES GEHT HIER
    DOCH NICHT UM NORMAL!
    So macht noch das schlauste Argument
    keinen Sinn.

    Hetetetetorommnnv -ismus,
    „Ja, aber es geht auch nicht darum,
    dass hier irgendwas weg muss.“

    Komm auf mich zu,
    umarme mich.
    Ich bin ein Mensch, wie du.
    Ich liebe dich.

  • Antworten Juli 14, 2017

    Anonym

    Bleib einfach Mensch, egal wie Du meinst sexuell ausgerichtet zu sein, lebe die Liebe und Liebe das Leben!

  • Antworten Juli 16, 2017

    Heidi

    …dass Sex auch ohne Penetration geht!

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