Du hast aber doch so ein hübsches Gesicht

 

Gestern habe ich aufgehört, mich zu töten. Ich habe es einfach so unfassbar satt, mich wegen Euch nicht normal zu fühlen.

Ihr? Das ist die Journalistin Mitte 50, die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verkündet, sie hätte dieses Bild von dieser kleinen zarten, sexuell provokanten Frau im Kopf gehabt und dann trifft sie auf, äh, mich. Naja, also äh, witzig wäre ich ja zumindest.

Ihr, dass ist die Kooperationspartnerin die mir aufs Band plappert: ach du bist gerade in Antwerpen, ach cool Mensch, na die Schokolade dort soll ja der Hammer sein – aber nicht zuviel hörst du, also pass bitte wirklich auf deine Gesundheit auf – naja, also du bist ja so oder so schön. (Ich hatte zu diesem Zeitpunkt a) noch kein einziges Stück belgische Schokolade gegessen und b) die Kooperation dann auch postwendend beendet).

Ihr, das ist die Bekannte, die sich nach unserem Kennenlernen darüber auslässt, dass es ja wirklich erstaunlich wäre, wie selbstbewusst ich bin. Also trotzdem jetzt. Trotz meines Körperumfangs.

Ihr, das sind leider nicht nur ältere, frustrierte Frauen, die ihre Körperscham auf mich übertragen und sich irgendwie davon provoziert fühlen, weil ich mich einfach weigere, mich wegen ihrer von wem auch immer vorgegebenen Standards genauso beschissen zu fühlen wie sie.

Ihr, das ist auch der Typ, der mir nach ein paar Wochen Affäre und dem dritten Orgasmus, als wir uns nackt und verschwitzt über die Tatsache unterhalten, dass ich sehr gerne spazieren gehe (ein postkoitales Gesprächsthema, das durchaus Rückschlüsse auf die emotionale Intensität und das meinerseitige Involvement in diese Verbindung zulassen könnte – joah, also ich geh gern spazieren in meiner Freizeit, und du so?) erklärt, dass ich mich doch wirklich eher auf Kraftsport fokussieren sollte. Dass man da doch noch was machen könnte mit meiner Figur. Er wäre ja erst unheimlich abgestoßen gewesen von meinem Umfang, aber hätte dann gespürt, dass da noch mehr dahinter steckt. Ich hätte doch schließlich auch so ein hübsches Gesicht.

image-7

Ich? Das ist eine Frau von knapp 30 und 1,80 die sich mit ihrer bundesdurchschnittsdeutschen Größe 40/42 einfach mal erdreistet, nicht komplett unglücklich zu sein. Auch noch öffentlich Sachen sagt. Erfolg damit hat. Und sich dabei kategorisch weigert, sich für ihren Körper zu schämen.

Ich, das ist die mit dem Doppelstudium, dem eigenen Onlinebusiness, die dieser 40/42 Größe-Körper dieses Jahr schon durch 15 Länder getragen hat. Die sich in Brasilien jeden Scheißvirus der Welt einfängt, in Bangkok zur Wurzelbehandlung rennt, sich danach in Indien die Seele aus dem Leib reihert und im Kloster in Nepal abnimmt, weil es im Kloster nun mal kein Abendessen gibt.

Während die anderen klatschen, weil Dünnsein ja offiziell gut ist, fragt Ich sich, wo eigentlich ihre großartigen Brüste abgeblieben sind und bittet ihren Körper um Verzeihung, für all den merkwürdigen Quatsch, den er jetzt schon wieder mitmachen musste.

Ich, das ist die, die das mit der Selbstliebe pragmatisch sieht. Die genug Krankheit, Elend und Depression um sich herum erlebt, um einfach mal fucking dankbar zu sein, so dermaßen able-bodied zu sein, die meiste Zeit so verdammt gut zu funktionieren und dabei so viel zu reißen.

Ich, das ist die, die einfach mal macht. Sexparty schmeißen? Vortrag vor 400 Leuten halten? Buch schreiben in einem Monat? Bring it fucking on. Und klar möchte ich mit auf den nächsten Karibik-Trip. Schreib mich direkt auf die Liste.

Ich, das ist die, die weiß, dass es ansich schon ein Akt des aktiven Widerstands ist, sich trotz Kleidergröße 40/42 in dieser Welt nicht grundsätzlich beschissen zu fühlen. Die für genug Frauenzeitschriften und Werbekunden gearbeitet hat um zu wissen, dass gefühlte Defizite sich nun mal am besten verkaufen, und dass es genug Frauen gibt, die sich für diese 40/42 selbst mit Grünkohl steinigen würden.

image-16

Ich, das ist die, die dieser ganzen Scheiße trotzt und stattdessen einfach mal macht. Deren Erfolgsrezept Eigenwilligkeit vielleicht auch eine Reaktion ist auf die Werte einer Welt, die für sie noch nie funktioniert haben. You´ll never own the world if you care what other people think, sagt eine meiner Ikonen, die komplett #notfuckingsorrymäßige Cindy Gallop.

Uch, I just don’t like her. I hate how she thinks she is so great.“ But it’s not that I think I’m so great. I just don’t hate myself. I do idiotic things all the time and I say crazy stuff I regret, but I don’t let everything traumatize me. And the scary thing I have noticed is that some people really feel uncomfortable around women who don’t hate themselves. So that’s why you need to be a little bit brave. Mindy Kaling

Ich will nur noch mit Leuten wie ihnen reden. Mit Menschen, die aufgehört haben, sich selber zu hassen und ihre Energie stattdessen auf das verwenden, wofür sie wirklich brennen.

Die viel zu beschäftigt mit ihrem eigenen Hustle sind, um sich ständig mit anderen zu vergleichen. Die zufrieden genug sind, um sich selbst Großzügigkeit zu erlauben. Die sich selbst nicht schämen und deswegen auch nicht versuchen müssen, ihre Scham an andere weiterzugeben.

Denn genau das ist Bodyshaming im Grunde doch: eine Scham, die nicht genau weiß, wohin mit sich, und deshalb an andere outgesourct wird.

Ich übe mich in buddhistischem Mitgefühl mit euch, weil ihr nicht wisst wohin mit eurer Scham. Ich höre in euren Aussagen eure Mutter, die dich nicht geliebt hat, das Mädchen, das dir einen Korb gegeben hat oder euer Umfeld, zu dem ihr euch nie wirklich dazugehörig gefühlt habt. Ich sehe eure Komplexe, das Gefühl, nicht genug zu sein, das ihr versucht, an mich outzusourcen mit dieser Empörung darüber, dass ich mich einfach nicht so richtig für meinen Leibesumfang schämen möchte.

Und trotzdem macht ihr mich wütend. Weil ihr meinen Körper, der alles für mich tut, als einen Konjunktiv seht. Wo grundsätzlich ja noch nicht alles verloren ist. Da könnte man ja auch echt noch viel machen. Also, so mit ein bisschen Sport…

image-9

Ihr wisst nichts über mich, außer wieviele Photoshopfilter und Kilos mich von eurer Vorstellung von Perfektion trennen. Nichts darüber, was ich esse, wieviel Sport ich tatsächlich mache, wieviele Diättips ich in meinem Leben schon gelesen habe. Was für fiese Dinge ich schon zu mir selbst gesagt habe, und warum ich beschlossen habe, es einfach mal nicht mehr zu tun. Wie wahnsinnig respektlos ihr eigentlich seid. Und dass euer Verhalten genau nichts an eurem eigenen Selbsthass ändert.

Ich weiß bei solchen Aussagen meistens noch nicht mal genau, was ich antworten soll. Außer: mir war eigentlich nicht klar, dass ich meinen Körper überhaupt zur Debatte gestellt hatte. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass es meiner ist. Dass es mein persönliches Grundrecht ist, ihn so zu bewohnen, wie ich es für richtig halte. Wie naiv von mir.

Und ich dankbar für das sein darf, was er alles kann. Zum Beispiel: mein Gehirn und Handgepäck durch die ganze Welt zu tragen. Kokoswasser trinken bis er gluckert. Kurz unter der Arschbacke abgeschnittene Levis 501 ausfüllen. Das Werkzeug meiner Kreativität sein. Gelegentliche multiple Orgasmen. Das, woran du dich kuschelst, nachdem du einen Alptraum hattest.

Am Schönsten fnde ich mich unterwegs, zwischen den Orten, mit Blick aus dem Fenster auf vorbeiziehende Landschaften. Ungeschminkt und unrasiert. Mit Löchern in jedem einzelnen verdreckten, verschwitzten Kleidungsstück an meinem echt mal schon länger nicht mehr geduschten Körper. Kein Handyempfang, dafür Nackenschmerzen vom Rucksack. Die Tagebuchseiten füllen sich wie von selbst, während mir eigentlich von der Fahrt so ein bisschen schlecht wird. Und dazu dieses Gefühl: Ich bin gerade genau hier weil ich es will. Genau hier. Nirgendwo anders. Weil ich es mir wert bin. Selbstwirksamkeit ist das neue Q10.

Ich wünsche euch dieses Gefühl, von ganzem Herzen. Dann weiß ich zwar immer noch nicht, wie es sich anfühlt, nach euren Standards „normal“ zu sein. Aber ihr vielleicht, wie es sich nach meinen Standards anfühlt, großartig zu sein. Könnte euch gut tun.

Theresa ist Journalistin, Digitalnomadin und die Gründerin von Lvstprinzip. Sie mag Hendricks Tonic mit viel Gurke und selbstironische Männer mit Bart.

53 Kommentare

  • Antworten Oktober 5, 2016

    Carina

    Ich lieb ja eigentlich Deine Hände noch viel mehr als Dein hübsches Gesicht. Weil sie solche Dinge wie das da (*zeigtnachoben*) einfach nur aus einer harmlosen Tastatur hervorzaubern können.
    Du bist meine Mindy <3
    Und nicht nur gut genug, genau so wie Du bist, sondern perfekt!

    • Antworten Oktober 11, 2016

      k.

      Du bist einfach.nur.schön.wow…was für ein Text, Du hast mir aus den Tiefen meiner Selbst gesprochen.das war ganz schön großartig(und auch inspirierend!).ich danke Dir!

  • Antworten Oktober 5, 2016

    Lisa

    Wow bei Kleidergröße 40/42 bekommst du sowas zu hören? Wirklich unfassbar, was sich manche Menschen herausnehmen.
    Super Artikel, dem ich zu 100% zustimme! Jeder hat das Recht seinen Körper so zu bewohnen wie er möchte und großartige Dinge damit zu erleben! Viel Spaß weiterhin 🙂

  • Antworten Oktober 5, 2016

    Paleica

    wunderbar toller text. danke dafür.

  • Antworten Oktober 5, 2016

    Marco

    Starker Text! Schon wieder!

  • Antworten Oktober 5, 2016

    Katinka S.

    Liebe Theresa,
    Ich liebe deine Texte und ganz ehrlich ich finde du bist ne wahnsinns attraktive Frau. Ich hab glaub ich genau die selbe Figur bzw. Kleidergröße nur das ich schon zwei Kinder bekommen habe und musste mich auch an diese körperliche Veränderung erst gewöhnen (Bauch und Busen ist nicht mehr das was es mal war). Ich war nie richtig schlank, vielleicht mit 11 oder so. Aber mein Mann steht auf mein Kurven er liebt meinen dicken Po und ich denke es gibt genug andere Männe die auch eher auf meinen Figurtyp abfahren (zumindest zeigen das meine vergangen Erfahrungen) . Gsd sind wir nicht alle gleich und Gsd mögen wir uns so wie wir sind. SIE haben wahrscheinlich selbst kein Selbstwertgefühl und sehen sich selbst so kritisch, sodass SIE denken das es andere ebenfalls so tun. Bitte bleib so sexy, humorvoll und cool wie du bist.

    Lg Katinka

    • Antworten Oktober 6, 2016

      Theresa

      „Vielleicht mit 11 oder so“ – high five 🙂 danke für deine lieben Worte!

  • Antworten Oktober 5, 2016

    Valérie

    Das mit dem Gesicht kommt mir ja sooooo bekannt vor… Fantastischer Text, danke!!

    • Antworten Oktober 6, 2016

      Theresa

      Da hab ich anscheinend echt was losgetreten…danke dir!

  • Meine Freundin ist auch 1,80 klein und hat total tolle Kurven, super love handles und ist einfach eine supertolle Frau. Viele Frauen lassen sich total von Werbung und öffentlicher Meinung (oder der Meinung anderer Frauen) manipulieren und es nagt an ihrem Selbstwertgefühl. Schade!
    Männer sind da wesentlich pragmatischer (denke ich, so als Mann).
    Lebe in und mit Deinem Körper, so wie DU dich damit wohl fühlst. Es ist Deiner und wer Dich so nicht akzeptiert, ist es nicht Wert!
    Du schreibst toll und viel mehr weiß ich nicht über Dich. Ich wußte auch nciht, dass Du 1,80 groß bist. Letztendlich auch egal, ich bin 1,93 und empfinde das nicht als „besonders“.
    Ich schätze Menschen aufgrund ihres Auftretens, ihrer Ehrlichkeit, ihres Wesens und nicht aufgrund ihrer Konfektionsgröße. Schade, dass das vielfach noch so ist.
    Liebe Grüße vom 2XL Mann, Holger aka MIDLIFEREISENDER

    • Antworten Oktober 6, 2016

      Theresa

      Danke Holger! Ich habe das Gefühl, dass auch immer mehr Männer das Gefühl haben, mit ihnen und ihrem Körper stimmt was nicht, aber vielleicht weniger offen dazu stehen und es eventuell gar nicht so genau benennen können – dazu kommt bald ein toller Gastartikel hier auf Lvstprinzip 😉 ansonsten wünschte ich auch, wir könnten unsere Mitmenschen einfach so ansehen, wie sie sind, ohne sie direkt kategorisieren oder irgendwie finden zu müssen.

    • Antworten April 29, 2017

      Fritz

      Hallo,
      auf Grund des ZEIT Artikels bin ich in diesem Blog gelandet. Ich bin 1.73, also unter Euch Riesen völlig fehl am Platz, männlich, 76 Jahre alt (noch was um nicht dazu zu gehören), habe mich auf 80kg runter gebracht, (5kg noch vor mir), und das nicht wegen Schönheit (ich bein mit meinem Aussehen völlig zufrieden), sondern weil die Knie- und sonstigen Gelenke des Bewegungsapparates jaulen, und zwar nicht mit Diäten, sondern mit Sport und f.d.H. Der Artikel hat mich angesprochen, weil da ziemlich genau meine Einstellung thematisiert wird. Es ist meine Sache, wie ich leben möchte und was ich mit mir anfange. Glückwunsch zu dem Text!
      Beste Grüße,
      Fritz

      • Antworten April 30, 2017

        Theresa

        Lieber Fritz, super dass du genau so lebst und bist wie du sein möchtest – und bei Lvstprinzip darf man mit jedem Alter und jedem Bodymassindex dazugehören, denn Vielfalt ist was ganz tolles! Danke für deinen netten Kommentar und ganz liebe Grüße, Theresa

        • Antworten April 30, 2017

          Fritz

          Liebe Theresa,
          vielen Dank für die freundliche Begrüßung. Ich habe mit Interesse festgestellt, daß man hier auch längere Beiträge abliefern kann. Mir schwebt da etwas im Kopf herum, das ich gern loswerden würde, das Thema Sex ist da allerdings eher randständig. Ich weiß natürlich noch nicht, wie eng Du das siehst, aber ich kann es ja mal versuchen. Ablehnen kannst Du immernoch. Ansonsten natürlich auch von mir liebe Grüße, Fritz

  • Antworten Oktober 5, 2016

    Lena

    Der Knallertext. Der flutscht nur so durchs Gehirn.

    Ich möchte so kotzen. Aber hey, sei beruhigt, das Shaming geht in alle Richtungen. Ich bin der Tomboy, die Lesbe, die Komische, die nie mit Typen gesehen wird, die Starke, vor der „MÄNNER ANGST HABEN“, die mit dem Kampfhundkiefer – die deswegen keinen abkriegt! Gott, habe ich diese Sachen schon so unfassbar oft gehört. Unter anderem, weil ich recht durchtrainiert bin (und keine Titten habe, vermute ich). Und es mir auch erdreiste, kein Rosa tragendes Girly mit hilfesuchendem Duckface zu sein. Ja, klar hätte ich gerne eine weiblichere Statur. Aber wenn die Spacken sich erst dann wohl mit mir fühlen, wenn ich aufhöre mit dem Sport – sonst bin ich eine Kampflesbe – dann bitte sehr. Fuck y’all.

    Könnt grad dezent heulen, ist ja zwar einerseits lustig aber macht mich auch so SAUER.

    Und hier noch was: http://www.refinery29.uk/2016/10/125224/young-girls-body-pressure-look-perfect-girlguiding-survey

    Junge Mädchen sehen sich immer mehr unter dem Druck, dass sie perfekt aussehen müssen. Nichts Neues, trotzdem beschissen.

    • Antworten Oktober 6, 2016

      Theresa

      Haha, diese armen Männer die immer so Angst haben müssen, von denen hab ich auch schon gehört. Was da wohl hilft? Rosa Pompoms? Die Tonlage ändern? Die Karriere knicken? Zu deiner Beruhigung:Titten haben hilft da leider auch nicht weiter weil da muss man dann ja immer hinschauen, voll provokant und…ach.

      Ich sehe das inzwischen als natürlichen Trottelfilter – die, die das alles voll schwierig und problematisch finden, dringen im Normalfall gar nicht mehr so zu mir durch. Wenn doch, kann es halt hart nerven. Deswegen ist es auch so wichtig zu wissen, dass uns das alle betrifft – auf die ein oder andere, individuell nicht minder beschissene Art. Fühl dich umarmt!

  • Antworten Oktober 5, 2016

    Darf ich anonym bleiben?

    Sende dir <3
    Du starke kluge Person, die verdammt noch mal viel reißt!

  • Antworten Oktober 6, 2016

    Mike

    Hach ja … Seufz …

  • Antworten Oktober 6, 2016

    Monika

    Hi Theresa,

    ich bin unfassbar geflasht von deinem Artikel! Für mich hast du die Gesamtproblematik treffend auf den Punkt gebracht. Danke auch für deine Offenheit in Bezug auf deine eigenen Erfahrungen – sicherlich ist es nicht immer einfach die eigenen Verletzungen so offen weiterzugeben (Wobei Wut natürlich hilft!) Body Shaming ist so ein komplexes Thema und führt in regelmäßigen Abständen bei mir zu einer depressiven Gesamtverstimmung. *entsprechend tief seufz*
    Aber es ist auch wieder sooo typisch, dass die meisten Kommentare über deinen Artikel sich wieder auf deinen Körper beziehen und ihn positivieren. Nichts gegen positiver Bestärkung – nur ist es letztlich auch wieder eine Reduzierung. Was ich an deinem Artikel besonders liebe, ist dass du deine anderen Eigenschaften und „Leistungen“ sichtbar machst. Ich habe unheimlichen Respekt vor deiner Arbeit, deinem Wirken, Schaffen und deinem Nomaden-Dasein. Daher wünsche ich dir weiterhin viel Energie und Kraft für deine weiteren Ziele und positive Erfahrungen und starke Nerven für alle folgenden dämlichen und bekloppten Situationen! Thanks for beeing here! <3

  • Antworten Oktober 6, 2016

    Lena

    Schön. Schöne Community hier auch.

    <3

  • Antworten Oktober 6, 2016

    Fjord Springer

    Liebe Theresa,

    wirkliche Schönheit kommt von innen und bedarf des Einklangs von Körper, Geist und Seele. Wenn das passt, ist es vollkommen egal, wie und wer man ist – und vor allem, wie man aussieht. Das ist es wohl, wenn wir sagen, „dieser Mensch hat Ausstrahlung“, was wir (bzw. ich) aber leider nur sehr selten erleben.

    Als ich meine Frau vor xy Jahren kennenlernte, fragte sie mich, „wie sie sein solle“. Ich antwortete ihr, sie solle so sein, wie sie ist. Sie konnte anfänglich nichts mit dieser Antwort anfangen. Aber immer wenn sie auf der Suche nach sich selbst war und mich um Rat fragte, gab ich ihr diese Antwort.

    Jetzt, etliche Jahre später, ist sie, wie sie ist. Sie ist wunderschön. In allen Belangen. Und sie ist glücklich.

    Das größte Geschenk, was sie mir (nicht nur) dafür gemacht hat, ist mir ihr Vertrauen und ihre Liebe zu schenken. Ich bin ein glücklicher Mann.

    Und Sie, liebe Theresa, sind eine glückliche Frau. Wer das nicht sehen, genießen und wertschätzen kann, hat Sie nicht verdient.

    Damit das Ganze jetzt hier nicht so wirkt, als wäre ich als Autor bei heftig.de angestellt („Du wirst nicht glauben, was im dritten Absatz passiert“ …), hier noch ein paar grundsätzliche Gedanken zum Thema „Sei wie Du bist“.

    Überall im Netz, und im richtigen Leben auch, poppen die Bedürfnisse nach dem wahren Ich auf. Die Botschaft ist immer die Gleiche: Nehmt mich wie ich bin, oder lasst mich in Ruhe. Erst gestern hat Mimi (über die ich im Übrigen zu Ihnen gefunden habe) einen sehr schönen Text über ihre Introvertiertheit geschrieben. ( http://mimiundkaethe.com/schnauze-halten-gluecklich-sein-ich-bin-introvertiert/ )

    Noch ein Beispiel. Der neue Jugensender „funk“ von ARD und ZDF, für den ich weit ausserhalb der Zielgruppe verortet sein dürfte, hat ein Video auf’m Klo gedreht, wo eine junge Frau darüber spricht, weshalb sie es okay findet dick zu sein. ( https://youtu.be/I_m556n2p5w?list=PLTtRSLQfF0cNgFcRyFQamP2sD_RtuXVaj )

    In der Zukunft, so glaube ich, wird genau dieses „Ich bin wie ich bin“ zu einem großen Faktor der persönlichen Glaubwürdigkeit des Individuums werden. Nicht die Tussis, die aussehen wie fehlgepresste Barbie-Puppen, bekommen die „Credits“, sondern die Frauen, die sich ihrer Selbst bewusst sind und ihren Weg gehen. Nicht die Prolle mit den fetten Oberarmen oder mit Audi und gezupften Augenbrauen machen das Rennen, sondern Typen, die ihren Mann stehen und dabei nicht ihre Vertrauten im Stich lassen. Das Gleiche gilt im Übrigen auch für die Männer mit gehobener Bildung, gehobener Stellung und gehobenem Einkommen. Denn auch der teuerste und maßgeschneidertste Anzug nützt der Schönheit nichts, wenn ein innerlich hässlicher Vogel in ihm steckt.

    „Das einzige, das noch schwieriger ist, als ein geordnetes Leben zu führen: es anderen nicht aufzuzwingen.“ (Marcel Proust)

    Ich wünsche Ihnen alles Gute. Bleiben Sie, wie Sie sind!

  • Antworten Oktober 7, 2016

    Pipa

    Ich würde so gerne so viel zu diesem Artikel sagen. Aber manchmal gibt es einfach nichts mehr hinzuzufügen. Ich wünsche mir viel, viel, viel mehr Frauen, die so sind wie du. Aber wer weiß … Mittlerweile haben ja schon genug die Schnauze voll davon, sich vorschreiben zu lassen, wie sie auszusehen haben. Bitte mach genau so weiter! Liebe Grüße von einem neuen Fan!

  • Antworten Oktober 7, 2016

    Mimi Mayr

    Ich hab auch deine Kleidergröße, obwohl ich „normal“ (Was mir eben schmeckt) esse und am Wochenende seit Jahren immer zwischen 8 und 16 Stunden Longboard fahre. Wenn ich das jemanden erzähle, sind sie immer ganz überrascht. Ich hätte ja so eine „gemütliche“ Figur, sagt man mir dann.

    Und das mit Männern kann ich auch gut nachvollziehen… aber ich denke, wir sind eben alle auf dieses dünne Schönheitsideal geprägt. Jeden Tag, auf Facebook, auf der Straße, auf Werbetafeln – jeden Tag sehen wir, wie wir aussehen sollen, was von uns erwartet wird und wie wichtig es ja ist, „schön“ zu sein.

    Dabei ist der einfachste Weg fürs Schön-Sein … Ausstrahlung und Selbstbewusstsein.

  • Antworten Oktober 7, 2016

    Ryan Csiszer

    Liebe Theresa,

    vielen lieben Dank für diesen Artikel.

    Als Mann finde ich mich einerseits in der Rolle des Verurteilenden wieder, da mir leider auch gewisse Schönheitsideale eingebrannt sind. Im Nachhinein ist mir aufgefallen, welche schöne Erlebnisse ich mir wegen Oberflächlichkeiten doch selber verwehrt habe. Dabei war und bin ich noch mit meinen nicht nur kräftigen 1,91 m und 130 kg oft genug „sehr nervigen“ Kommentaren ausgesetzt und setze mich teilweise unnötigerweise selbst unter Druck. Aber ich lerne seit geraumer Zeit dazu und bin bereit an mir zu (sprich meiner Einstellung, Perspektive) ändern.
    Danke für die Erinnerung und die Inspiration. Du attraktive Göttin.

    <3

  • Antworten Oktober 8, 2016

    Duda

    Ähm… ich finde eine Größe von 1,80 eigentlich ganz sexy. Den einzigen Konjunktiv, den ich kenne, ist der der physischen Distanz. Geht es am Ende nicht ohnehin mehr um das, was der Geist quakt und nicht das, woraus er quakt?

    Wenn ich das mal zum Besten geben darf.

  • Antworten Oktober 8, 2016

    David

    Das wirft alles eine interessante Frage auf. Eigentlich sollte man meinen: Warum sich jemand einen Partner für was auch immer wählt oder abweist, bleibt völlig der Person überlassen. Zu dick? Zu dünn? Zu alt? Zu jung? Zu aufdringlich? Zu schüchtern? Alles vollkommen okay, weil es sich einfach nicht gehört, jemandem in die Partnerwahl reinzuquatschen.

    Daraus folgend: Ist es okay, es der (abgewiesenen?) Person zu sagen? Ist es okay, die eigenen Vorlieben einem größeren Publikum kundzutun? Halten jetzt alle bitte Ihre Fresse über die Gründe ihrer Partnerwahl, oder konfrontieren wir die Extremfälle mit der bitteren Wahrheit des Massengeschmacks? Oder konfrontieren wir alle?

    Nicht zu vergessen sind auch die Kommentare wie unter diesem Artikel, die nach dem Motto gehen: „Ich finde genau diesen Körper, den du da beschreibst, total attraktiv!“ Während das für die Autorin total schmeichelhaft sein kann, wird es bestimmt Frauen verunsichern, die diese Maße nicht haben.

    Nachtrag: Falls es darum in dem Artikel überhaupt nicht geht, dann sorry dafür. Dann hab ich ihn wohl nicht verstanden. Dann verstehe ich aber auch nicht, wieso der Typ im Bett als Beispiel aufgeführt wurde.

  • Antworten Oktober 8, 2016

    Die E.

    Wunderschöner Eintrag!
    Neulich im Gespräch mit einer Kollegin:
    Ich:“ach, ich mag mich.“
    Sie:“echt? Wie schaffst du das?“
    Ich: „weiss ich nicht. Ich weiss nur, dass ich die Einzige bin, die ihr ganzes Leben mit sich auskommen muss. Also liebe ich mich lieber!“
    Sie:“wow. Das würde ich auch gern können.“
    Ich: „Dann tu es einfach!“

    Ganz lieben Gruss, die E.

  • Antworten Oktober 9, 2016

    ax

    Danke Dir für Deinen großartigen Artikel!

    Danke, von mir, einer Frau die sich jahrelang nicht getraut hat Surfen zu gehen, einzig und allein aus einem Grund: weil ich mich mit Kleidergröße M/L geschämt habe mich im Bikini/Neo zu zeigen. Gott sei Dank hat es irgendwann sogar bei mir Klick gemacht und anstatt zu hungern, hab ich angefangen meinem Körper wie du so wunderbar schreibst: „fucking dankbar zu sein, so dermaßen able-bodied zu sein, die meiste Zeit so verdammt gut zu funktionieren und dabei so viel zu reißen.“ Mein Surfboard und ich sind jetzt beste Freunde 😉

    Artikel wie Deiner helfen mir in den schwierigen Momenten, wenn die Selbstzweifel sich wieder aufdrängen wollen, durchzuhalten und weiter zu kämpfen.

    Außerdem auch ein Dankeschön für lvstprizinp! Bin ein großer Fan und genieße Deine Seite sehr.

  • Antworten Oktober 9, 2016

    Lena Reiner

    Mit 1,80m und Größe 40/42 ist man doch eher dünn als dick. Man muss das doch auch in Relation zur Körpergröße sehen – mal ab davon, dass ich eh nicht verstehe, was sich irgendwer von „draußen“ einzumischen hat, was den eigenen Körper angeht.
    ABER das schockiert mich irgendwie am meisten. Dass selbst eine total gesunde Konfektionsgröße bei dieser Körperhöhe irgendwie nicht okay sein soll?
    Was ist bitte der Schönheitsstandard?
    Verstehe ich ebensowenig, wie wenn jede dünne Frau Hungerhaken sein soll – egal, ob ihre Größe XS bei einer XS-Höhe einfach nur „normal“ ausschaut.

    Irgendwas ist da mit der Wahrnehmung schief.

    Brrr…

    Ich neige ja dazu, anderen Leuten ihren Körper zu lassen. Ist ihre Sache. Und das, OBWOHL ich Fotografin bin.

  • Antworten Oktober 11, 2016

    Ursula

    Ach, Theresa, Du hast ja Probleme :o)

    Ich bin 162 und habe Kleidergröße 52/54.

    Da wird es dann so richtig lustig. Da sagt Dir aber auch wirklich jeder, wie gefährlich das ist und wie gesundheitsschädlich.

    Viele Jahre habe ich nach einem Mann gelechzt, der mich schön findet, ohne gleich in den kleinen Jungen abzugleiten, der eine Mama sucht.

    Aber es gibt sie!

    Es gibt die Männer, die aus der Konditionierung aussteigen und die ihr eigenes Schönheitsideal finden. Und da kann es dann auch schon mal vorkommen, dass ein Mann genau diesen Körper schön und sexy findet, der aber so was von außerhalb der Norm liegt.

    Und inzwischen kann ich auch über die guten Ratschläge meiner vielen guten und weniger guten Freunde nur noch milde lächeln.

    By the way: Ich bin nicht gesünder oder kränker, als viele andere Menschen meines Alters.

    Danke für den Artikel. Es ist so wichtig, dass wir zu uns, unseren Körpern und unseren Bedürfnissen stehen.

    • Antworten Oktober 16, 2016

      Tordis

      Mich befremdet ein wenig, dass du hier die Probleme der Autorin als Kinkerlitzchen abtust. Sollten wir nicht zusammenhalten anstatt darüber zu diskutieren, wer jetzt eigentlich ärmer dran ist? Lässt sich Leid quantifizieren?
      Wie ich unten geschrieben hab, fühle ich mich, als würde ich nicht in die Lookism/Bodyshamingdebatte reinpassen. Ich finde meinen Körper auch gut wie er ist, kenne das körperbezogene Selbsthassding von mir selbst nicht, aber ich leide trotzdem darunter, wie andere auf mein Aussehen reagieren, es bewerten. Ich hör oft, sei doch froh, blabla, na du hast vielleicht Probleme, blabla. Ich bin mir auch dessen bewusst, dass meine Probleme „weniger schlimm“ sind als die anderer – oder ist nur meine Reaktion weniger schlimm? Wer anderer hat mit meinem Problem vielleicht Selbstmordgedanken. Ist dann das Problem „schlimmer“?
      Es ist schwer, Probleme zu bewerten. Und man findet immer wen, dems dreckiger geht. Aber darum gehts hier doch nicht.
      Lassen wir das einfach und sehen das Große Ganze, das hinter diesen Problemen steckt, ja?

  • Antworten Oktober 11, 2016

    marlenchen

    Verstehe ich jetzt nicht??? Du hast einen total schönen Körper sind die blind alle??

  • Antworten Oktober 11, 2016

    Herzverbunden

    Hallo du innere und äussere Schönheit,
    Ich- von 40/42 so weit entfernt wie die Intelligenz von Donald Trump- kenne diese Sätze vom hübschen Gesicht (dieses herablassende blabla das auch noch als Kompliment aufzufassen sei) über Sport und die alltägliche Arroganz die einem oft entgegenschlägt.
    Du hast dies bestens auf den Punkt gebracht- wer Menschen auf Size Zero reduziert, muss noch deutlichst an sich arbeiten.

  • Antworten Oktober 12, 2016

    Signalviolett

    Es geht noch nicht mal ums dick oder dünn sein, schön oder nicht schön. Manchmal sehe ich vorbildlich schlanke Frauen im Schwimmbad oder Sauna, die sich offensichtlich für ihren Körper schämen. Die ständige Körper-Selbstoptimierung führt dazu dass man so wie man gerade aussieht nie „richtig“ ist, egal wie man aussieht. Ständig ist man so verzagt und macht sich abhängig von den Urteilen anderer. Das hält einen davon ab intensiv zu leben, im Moment zu sein und sich um die richtig wichtigen Dinge zu kümmern. Spaß haben, genießen, alles mögliche ausprobieren, unabhängig sein, weiter kommen, mutig sein, zu seiner Persönlichkeit stehen. Deshalb scheiß wirklich drauf auf die ganzen Kommentare…

  • Antworten Oktober 13, 2016

    Friederike Boerner

    Als 180 cm grosse Frau mit Groesse 40/42 in Japan lebend (!!) kann ich dieses Gefuehl sehr gut nachvollziehen. Hier wird mir viel vergeben, weil ich ja die „exotische Auslaenderin“ bin, trotzdem weiss ich, dass man mich mit den selben Augen ansieht wie auch in Deutschland.
    Gut, dass wir uns unserer eigenen Schoenheit trotzdem bewusst sind. Danke fuer den wunderbaren Eintrag!

  • Antworten Oktober 13, 2016

    Maria

    Bitte mehr davon. Immer mehr. Nicht aufhören zu Schreiben.
    So dass auch Frauen wie ich, die sich langsam emanzipieren, mutig werden!

  • Antworten Oktober 13, 2016

    Anna

    Bin eine Endfünfzigerin und ziemlich entsetzt, dass sich diese Schei* auch nach 40 Jahren noch nicht verändert hat – im Gegenteil, sie scheint noch schlimmer geworden zu sein (Größe 40/42 bei 1.80, das ist schlank!).
    Zu meiner Zeit war Twiggy – ich war dagegen schon immer Pummelchen. Hab‘ Jahre und unzählige gescheiterte Anpassungversuche gebraucht, bis ich verinnerlicht hatte, dass nicht ich verkehrt bin, sondern die anderen, die es ja ’nur gut mit mir meinen‘, wenn sie mir zu verstehen geben, ich müsse dringend was für meinen Body tun und dabei ihre eigene Zwanghaftigkeit komplett ignorieren. Gut, dass Du das schon rausgefunden hast – und so herzerfrischend unverblümt darüber blogst. Also frisch drauf los gelebt und scheiß auf die TypInnen, die es immer noch nicht gerafft haben!

  • Antworten Oktober 13, 2016

    androgy

    Ich kenne ein ähnliches Gefühl auf andere Weise – ich wurde seit ich denken kann und werde es noch heute gefragt, ob ich Junge oder Mädchen sei. Lesbisch oder hetero. Wurde von Lehrern beim Sport zu den Jungs gestellt und einmal in der Pubertät selbst in der Damendusche im Schwimmbad gefragt. Hab kurzerhand meine Badeshorts runtergezogen. Nee, da ist kein Penis. Selbst wenn, komisch gucken tun sie trotzdem. Scheinbar ist die Kombination kurze Haare, keine Schminke und mittelgroße Titten ein Konzept, das nicht in die Schubladen der Leute passt. Mich amüsiert es, ich sage dann „Du kannst es dir aussuchen.“

  • Antworten Oktober 16, 2016

    Imcache

    Toller Text, aber eher auch auf alle anderen Bereiche anwendbar. Standardisierungen, wie man zu sein hat, sind die Pest! Allerdings auf deine Figur bezogen, empfinde ich es als kokett und es stimmt mich eher ein wenig angestrengt. Bei deiner Größe ist 40/42 schlichtweg normal schlank, was auch deutlich auf den Photos zu sehen ist. Fishing for compliments? 🙂

  • […] 3. Ein Text voller großartiger Stellen über Selbstliebe und Bodyshaming, die ich mir am liebsten ausdrucken und an die Wand hängen möchte: Du hast doch so ein hübsches Gesicht. […]

  • Antworten Oktober 16, 2016

    Claudise

    oh wow. Das ist einer der schönsten Texte, die ich in den letzten Monaten gelesen habe. Ich wünschte, ich wüsste, wie das geht mit dem „Scheiß drauf was die anderen von dir halten“

  • Antworten Oktober 16, 2016

    Tordis

    Dein Artikel hat mich zum Nachdenken gebracht. Über meinen Platz in der Debatte.
    Meine erste persönliche Reaktion auf diesen Artikel, der von apfelmaedchen.de verlinkt wurde, war glaub ich… seltsam.
    Ich hab mir interessanterweise gedacht: was läuft mit mir verkehrt, dass ich mich mit dem Inhalt nicht identifizieren kann?
    Dann hab ich ein bisschen nachgedacht. Ich glaube es liegt daran, weil ich nie für diese typischen Dinge wie Gewicht „geshamed“ wurde.
    Ich kenne es anders.
    Ich bin 29 und werde meistens für 18 gehalten. Selbst wenn das nicht immer angesprochen wird, ich merke ja wie mein Gegenüber auf mich reagiert, und dass ich nicht ganz ernst genommen werde. Ich gehe auch als 14jährige durch – ich habe es getestet und ohne muh und mäh oder Ausweiszeigen die Kinderkarte kassiert. Und ja, das tut mir weh.
    Es ist nicht bodyshaming wie es meistens dargestellt wird, ich werde nicht beschimpft, bekomme nicht ungefragt blöde Ratschläge, und wenn ich gefragt werde, in welche Schule ich geh und ich irritiert etwas drauf antworte, das mein Alter und/oder meinen Uniabschluss beinhaltet, dann ist das meinem Gegenüber immer so peinlich wie es ihm gefälligst auch sein soll.
    Aber mein Äußeres wird in einer Weise bewertet, die mich verletzt. Mich tröstet weder der blöde Spruch, dass ichs mit 40 lieben werde, noch helfen mir all die Ratschläge wie… Schmink dich mal oder trag Absätze (ich schau dann einfach aus wie ein Teenie mit Absätzen und Makeup und kann den Effekt sogar ins Negative/Lächerliche verstärken).
    Genauso wie die bodyshaming-Debatte zu wenig darauf eingeht, dass auch Menschen, die laut derzeitigem Ideal als schön gelten, darunter leiden können, was von ihrem Äußeren auf ihre Kompetenzen geschlossen wird, fühl ich mich mit meinem Problem auch ziemlich allein. „Sei doch froh“, hör ich ständig.
    Wird mein Körper jetzt geshamed? Ich werde nicht beschimpft, niemand sagt mir dass ich mich ändern muss. Wo ist eigentlich mein Platz in der ganzen Bodyshaming/Lookism-Debatte? Meine Probleme werden meist genauso wenig ernstgenommen wie ich selbst, eine 29jährige Akademikerin, die doch froh sein soll, wenn sie süß klein ist und niedlich aussieht.

  • Antworten Oktober 18, 2016

    Johanna Rauschenbach

    So Kommentare sind doch praktisch…trennt die Spreu vom Weizen. 😉

    • Antworten Oktober 19, 2016

      Fjord Springer

      Hallo Frau Rauschenbach,

      Kommentare sind nur so lange praktisch, so lange die Gedanken, die hinter dem Kommentar stehen, auch mitgeteilt werden. Wenn Sie einfach nur sagen „trennt die Spreu vom Weizen“ ohne erkennen zu lassen, was Spreu und was Weizen ist, dann pflanzen Sie höchstens einen Samen der Verwirrung. Der aber stiftet keine Diskussion und führt schon gar nicht zu Aufklärung. Er düngt höchstens die Voruteile – die aber auf allen Seiten.

  • Antworten Oktober 26, 2016

    Steffi

    Wow! Ein toller, genial geschriebener Text. . . Hammer! Liebe Grüße von einer Bewunderin
    Steffi

  • Antworten November 15, 2016

    Andrea

    Toller Artikel! Der „Trottelfilter“ hat mir auch gefallen! Ja, so kann man es sehen! Am Gewicht hatte bei mir nie jemand was auszusetzen. Aber ich hab auch mal gehört „Du könntest doch was aus dir machen, mit ein bisschen Schminke“ Wow, danke…. Ich bin also nichts (oder nicht genug) ohne Farbe im Gesicht? Und ja, könnte ich sicher. Ich will aber gar nichts Anderes aus mir machen! Warum sollte ich auch? Ich will, dass man mich so nimmt wie ich bin – oder es bleiben lässt. Trottelfilter eben 🙂

  • […] Du hast aber doch so ein hübsches Gesicht […]

  • […] haben, dass sie nie einer von vielen sein werden. Die mit ihren Ecken und Kanten und Quirks und Falten und Dellen umso heller strahlen. Mich zieht das an, was ich noch nicht verstehe, ich will das umarmen was ich […]

  • Antworten Januar 7, 2017

    Mia

    Wow. Ich liebe diesen Artikel. Trage Größe 52/54 und lasse mir den Spass am Leben und Lieben nicht verbieten. Bodyshaming ist so kleinkariert…warum wird alles auf eim Schildchen in meiner Kleidung reduziert ? Da steht nichts über meine Intelligenz, Humor, Liebenswürdigkeit drauf….und was ist am Ende wichtig ? Das ich die perfekte Figur habe oder eine tolle Frau bin?

  • Antworten Februar 12, 2017

    Liz

    Wow , super Artikel . Ich denke da wie du , das kam aber erst mit dem Alter .
    „Du wärst noch hübscher wenn du dünner wärst !“ Oder nach dem 2. Date mit tollen Gesprächen und knutschen mailen das ich ihm doch zu dick sei . Das hat mich früher verletzt aber jetzt empfinde ich Mitleid für diese beschränkte Denkweise …

  • Antworten Mai 31, 2017

    Silviana Tabita

    Danke liebe Theresa, du sprichst mir so aus der Seele!!!

    „Dein Gesicht reisst es raus“
    Mit diesem Satz wurde ich in München willkommen geheissen mit gerade mal 20 Jahren…
    Seit dem hab ich 2 Kinder geboren und knapp 30 kg zugenommen. Nicht, weil ich so hemmungslos viel esse, sondern einfach weil die Hormonumstellung in den viel zu frühen Wechseljahren das so mit sich gebracht hat…

    Jahrelange Diäten und Qualen im Fitness-Studio und dann immer noch der Kommentar: na, willst du nicht mal was für deine Sommerfigur tun? Damals hatte ich ne 40/42 mit 1,85m, richtig schlank war ich mit 10 Jahren ;-). Je mehr ich für meine Figur kämpfte, umso vernichtender waren die Kritiken.

    Nicht einmal in der Schwangerschaft habe ich es auf 100 kg gebracht, irgendwie hatte ich immer Angst, dass dann was Komisches oder Schlimmes passieren würde…

    Und kürzlich passierte es, unmerklich… Die Waage spuckte 100 kg aus! Ich war wie gelähmt, erschrocken, erstarrt. Der Glutenverzicht war gescheitert und damit kam ein nie da gewesenes Gewicht auf meinen Körper. Und gleichzeitig passierte etwas irritierendes: ich hatte also versagt. Und etwas in mir ließ einfach los. Ließ all die hart erkämpften und nie erreichten Figurträume los. Jetzt, wo ich diese magische Horrorgrenze überschritten hatte, konnte ich das erste Mal in meinem Leben meinen Körper fühlen, bewohnen, ihn einfach akzeptieren wie er ist.

    Aber das passierte nicht einfach so. Durch die intensive Auseinandersetzung mit meinem gesamten Sein, mit meinem Körper als Gefährt der Seele, hatte ich über die letzten Jahre tantrischer Bewusstseins- und Körperarbeit tatsächlich erfahren, was es heisst, mich selbst ganz und gar anzunehmen und zu lieben.

    Auch wenn ich Tage habe, an denen ich mit meiner Figur ein wenig hadere, habe ich anscheinend genau diese Erfahrung gebraucht, um mich lieben zu lernen… Früher fand ich mich immer zu dick für den Modelstatus, aber zu dünn, um wirklich dick zu sein. Danke für den Begriff: Inbetweenie! Genauso habe ich mich gefühlt, ich gehörte nirgendwo hin. Jetzt weiss ich, ich gehör zu mir 😉

    Und ich weiss es täglich mehr zu schätzen, was ich in diesem Körper alles wundervolles erfahren darf und was ich für andere Menschen erfahrbar machen darf: Berührungen, die unter die Haut gehen. Bis in die tiefsten Tiefen der Seele. Durch dick und dünn…

    Danke für deine erfrischenden Artikel!

Leave a Reply