Mein Freund, der Holzdildo Designer – Julia erzählt

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ein Holzdildo? Okay, ich weiß, woran du jetzt denkst: entweder den Schiefer, den du dir mit acht beim Schulsport in der blöden Turnhalle eingezogen hast und dann mühevoll mit der Pinzette wieder rausoperieren musstest, oder: an diese unsägliche RTL2-Doku, die wahrscheinlich so ziemlich jeder Mensch der Welt gesehen hat. Ist zumindest ein absoluter Standardkommentar, den ich bekomme, wenn ich von meiner Arbeit erzähle.

Oh, da gabs doch mal diese Holzdildo Doku…mhm ja genau, voll super! Wer die auch gesehen hat, waren die Jungs von Vaible – zwei Designer, die sich #sorrynotsorry wohl dachten, dass ein Besenstiel ja mal besser aussieht als die ollen Dinger und beschlossen, die Sache mit der Holzdildo Produktion einfach selbst in die Hand zu nehmen.

Echte deutsche Wertarbeit, what´s not to love?
Ich durfe die Holzdildos schon vor dem offiziellen Verkaufsstart mal testen und kann dich auch in Punkto Schiefer-Paranoia beruhigen. Alles sehr, sehr schön lackiert und versiegelt. Holz ist als Material für Sextoys wirklich top. Leicht, nicht zu kalt, super verarbeitet, liegt gut in der Hand und auch überall…sonst.

Oh looky it’s a wooden dildo! Merci beaucoup @vaible, I’m feeling all #ecosexual now #selfie #dildo #ladywood

Ein von lvstprinzip (@lvstprinzip) gepostetes Foto am

Also: Daumen und Muschis rauf für die Vaible Toys! Und exklusiv für Lvstprinzip erzählt heute Julia, selbst Entrepreneurin und Digitalnomadin und außerdem die bessere Hälfte von Vaible-Entwickler André, wie das so ist, wenn der eigene Freund von Beruf andere Frauen glücklich macht.

 

Mein Freund, der Holzdildo-Designer – ein Gastbeitrag von Julia

Wie fühlt man sich, wenn man -ungelogen- 1000 Dildos in der Wohnung hat?
Ungelogen? In etwa so, als hätte man 100 Sack Reis im Dachgeschoss. Man macht sich ein bisschen Sorgen um die Statik. Jedenfalls als Architektin, die in einer maroden Dachgeschosswohnung wohnt. Außerdem wird einem etwas unbehaglich, wenn zusätzlich 1000 Schaumstoff-Inlays in den Schwerlastregalen im Homeoffice gelagert werden. Aber hier geht’s ja nicht um unsere desolate Wohnung, sondern um einen Typen, der die Unterstübchen tausender fremder Frauen beglückt. – Und dummerweise mein Freund ist.

Eigentlich sollte ich ja mit Theresa zusammen diesen Blog hier schmeißen. Immerhin hab ich den letzten 6 Monaten rund 1000 Dildos in der Hand gehabt, im Kofferraum transportiert, in der Badewanne gewaschen und gemeinen Belastungstests unterzogen. – Wer kann sowas schon von sich behaupten?

Nee, im Ernst jetzt. Theresa macht das schon gut so. Ich bin ja für sowas viel zu langweilig. Ich mag Blümchensex.Du wirst es nicht glauben: Bis vor einem Jahr wusste ich noch nichtmal, was ein Dildo ist. Vibratoren kannte ich allerdings auch nur vom Namen her. Das kann man sich auch merken, der Name ist immerhin Programm.

Auf Entdeckungstour in einer neuen Welt

Und jetzt? Jetzt sitze ich irgendwie ein- bis vier Mal pro Monat bei Beate Uhse, unterhalte mich mit der Inhaberin über Laufkundschaft und schlürfe lecker gesüßten Kaffee. Sie kann sich auch schon fast merken, wie ich meinen Kaffee gern hab. Die bequemen roten Sessel zwischen Dessous, DVDs und Dildos haben sich schon fast perfekt an mein Hinterteil angepasst. Während sie mir erzählt, wie lecker der eine junge Schwule auf der letzten Messe in Leder aussah, shoote ich die Artikel ihres Ladens für ihre neue Webseite. Dass ich mal ohne rot zu werden am Tresen eines Sex-Shops lehne, hätte ich mir vor einem Jahr nichtmal träumen lassen.

Dabei habe ich mit dem ganzen Holzdildo-Unternehmen eigentlich nichts weiter am Hut, außer dass ich meine wertvolle Arbeitszeit in Form von Wohltätigkeit in diese Firma stecke. Als Dank dafür, stiehlt Vaible mir und meinen Unternehmen immer komplett die Show, sobald die Frage aufkommt: „Und was macht dein Freund so?“

Wer interessiert sich noch für Grafik, Baukultur und meine Gedanken, wenn man über ein Holz-Sextoy-Start-Up reden kann? Um mit den üblichen Fragen direkt aufzuräumen: Ja, die Spielzeuge sind wirklich hübsch, sie splittern nicht, sind robust und gut zu halten. So gut sogar, dass ich mir zutraue, damit einem Einbrecher ziemlich weh zu tun. Sie haben die perfekte Griffigkeit und Form, um gut in der Hand zu liegen. Ich bin mir durchaus sicher, dass man jemandem sehr gut eins damit überbraten kann. – Zur reinen Selbstverteidigung sollte jede(r) stets einen ‚Vaible‘ dabei haben. Dass ich sowas mal sage, hätte ich vor zwei Jahren nie für möglich gehalten.

20150711_0025_800

Meine geheimen Gedanken zu seinem Beruf

Als ich André kennengelernt habe, dachte ich eigentlich erstmal nur: „Och nee, so ein hohler 0815 Designer von der FH schon wieder.“ Dann habe ich von der Holzdildo-Produktion erfahren und dachte: „Kann er nicht bitte einfach Visitenkarten designen?“. Aber es wurde noch schlimmer. Im Laufe des ersten halben Jahres mutierte der Designer tatsächlich zum Holz-Kunsthandwerker und erstellte Fräsmuster, mischte Beize und experimentierte mit Holzlacken. Mit dem Ergebnis, dass die Produktion jetzt glücklicherweise von einer Profi-Schreinerei übernommen wird. Kein Holzstaub mehr zuhause. Juhu!

Inzwischen habe ich mich tatsächlich mit dem Thema Holzdildos arrangiert. Ich habe mich auch damit abgefunden, dass sie tausendfach im Homeoffice, Wohnzimmer und Bad rumschwirren. Da ich als Architektin total auf Holz und Nachhaltigkeit stehe, finde ich das Projekt Vaible sogar doppelt interessant und darf mich stolz erste zahlende Kundin nennen. Mein Liebling ist das Modell Lady. Natürlich in Vaible-Magenta. Da ich fest davon ausgehe, dass Vaible mal dafür sorgt, dass ich mich auf Andrés zukünftigem Reichtum ausruhen und ich an einen schönen Ort absetzen kann, habe ich natürlich gerne auf diesem Weg in meine rosige Zukunft investiert. Logisch, oder?

Total logisch, Julia! Und weil dein Freund ja anscheinend auch sonst ein ganz cooler Dude zu sein scheint, verlosen wir jetzt einmal die wirklich superhübsche LADY. Um zu gewinnen, beantwortet einfach hier in den Kommentaren oder auf Facebook folgende Frage: was würdest du mit 1000 Holzdildos anstellen? Teilnahmeberechtigt sind alle ab 18 aus Deutschland, die Veganer sind, haha, not. Einsendeschluss ist der 23.7.  Lvstprinzip wurde für dieses Posting nicht gesponsert und tut das aus Lvst und Liebe!

Text: (c) Julia Faßhauer
Titelbild: Aaron Tsuru (c) Tsurufoto.com
Produktfoto: Graviech.de

12 Kommentare

  • Antworten Juli 17, 2015

    Julia

    Erstmal: Spannendes Thema 😀 Gegen solch einen Startupper als Freund kann *frau* doch gar nix haben! Da kann man ja nicht anders, als zu unterstützen 😉

    Zur Frage: Mit 1.000 Holzdildos würde ich 999 davon spenden für den guten Zweck. Vielleicht in Zusammenarbeit mit Gynäkologen oder Sex-Therapeuten an Frauen vergeben, die mit ihrer eigenen Sexualität Probleme haben oder vielleicht mit der Vaginalmuskulatur 😀

  • Antworten Juli 17, 2015

    Julia

    Oh Gott, selten so gelacht! Herrlich geschrieben! Ich muss einfach meinen Namen in den Lostopf schmeißen. Von den 1000 Holzdildos würde ich 10 für den Gebrauch behalten 20 als Wohnungsdeco (so bleibt man in Erinnerung :D) und den Rest in meinem Bekanntenkreis verteilen, denn das muss einfach promoted werden. Grinsende Grüße, Julia xx

  • Antworten Juli 17, 2015

    Marc

    Mit eintausend Holzdildos würde ich mir ein Holzdildoregal bauen.

    Nein.

    Eine Holzdildositzgruppe…

    Nein!!!

    Ein Holdildobaumhaus!

    …there we go: Nailed it!

  • Antworten Juli 17, 2015

    Tina

    Was macht man mit 1000 Holzdildos?

    Ca. 100 Stück, würde ich verschenken. An Freunde und Bekannte, vielleicht zum Geburtstag oder zu Weihnachten – die Gesichter der Familien wäre bestimmt der Knaller.
    Aus den restlichen 900 Stück würde ich mir was schickes für die Wohnung basteln. Vielleicht eine „Massageauflage“… die Dildos aneinander schrauben und eine Art Stuhlauflage daraus bauen – da kann man sich dann drauf legen oder es an die Wand hängen und sich daran „reiben“ – ist doch bestimmt ein toller Massageeffekt. Für das Sofa oder den Sessel – wenn dann noch welche übrig sind, baue ich mir eine Garderobe, wer kann schon zu seinen Gästen sagen, häng deinen Mantel doch einfach auf den roten Dildo?!
    Damit wäre auch das erste Gesprächsthema sicher… 😉

    Ja und dann? Mit dem Rest vergnüge ich mich 😉

    Ein witziger Text, ich musste schmunzeln. 🙂

    Liebe Grüße, Tina

  • Antworten Juli 17, 2015

    Alex

    Cooler Beitrag Julia 😀
    Hat Spass gemacht zu lesen und freue mich dass das Geschäft und die Idee läuft 🙂

    Was würde ich anfangen… Also schonmal 365 Stück für jeden Tag des Jahres einzeln Veredeln und meiner Freundin jeden Tag an einem anderen Ort oder Stelle hinterlegen.

    Mit dem Rest teiweise als Geschenke, als Werbeträger mit Werbebotschaften versehen oder ein Holzglockenspiel aus Dildos basteln… So ein großes, mächtiges, hartes… 😉

  • Antworten Juli 17, 2015

    Axel

    Ich würde eine riesige Kunst-Pussy à la niki de saint phalle „she a cathedral“ bauen!

  • Antworten Juli 17, 2015

    Jeanette

    Sehr cooler Text, ich würde wahrscheinlich beim ersten Date denken, der Typ verarscht mich, wenn er mir erzählen würde, das er Dildos „designed“ 😉

    Nun was ich mit 1000 von diesen Teilen machen würde ? Ich glaub ich würde sie hübsch verpacken und am Bahnhof an traurig ausschauende Frauen verteilen. Jeden Alters natürlich. Mit den Worten „Viel Spaß“ würde ich sie dann in den Tag entlassen. Das eine oder andere Exemplar hätte ich auch gerne in meinem Freundeskreis untergebracht 😉

  • TUPPERPARTY!!!

  • Antworten Juli 18, 2015

    sophia

    ich würde mich meiner eigentlichen missionarsantipathie widersetzen und so viele junge, verklemmte menschen in die wunderbaren spiele der sexualität einweisen. natürlich nicht jeden einzeln, aber zumindest auf sie zugehen und reden. wenn immer mehr menschen über sexualität freier zu sprechen beginnen, kann die welt nicht schlechter werden.

  • Antworten Juli 20, 2015

    Gina

    Also ich finde die Idee super klasse! Ich würde mich damit auf den weihnachtlichen Ökomarkt stellen – das ist doch das ultimative Weihnachtsgeschenk. Natürliches sinnliches Material und nachhaltig. Plastik ist out und war gestern. Wer will sich schon krebserregende Materialien in den Unterleib schieben?
    Und wer damit nichts anzufangen weiß, kann es vielleicht als „Waffe“ anstatt des Nudelholzes nutzen. Dann weiß man(n) gleich, wo der „Hammer“ hängt. Und selbst der aller jüngste Nachwuchs dürfte daran Gefallen finden. Man kann es also offen liegen lassen, ohne das man rot werden und indiskrete Fragen beantworten muss. In Magenta sieht das Teil total heiß aus.
    Und ich würde 5 davon z.Bsp. auf meinem Blog „Frauen-Zukunftswerkstatt“ verlosen, an all die Alleinstehenden und Frauen ohne Partner, um ihnen wieder Lust auf mehr zu machen…
    Also mir würden da noch weitere Sachen zu einfallen….

    Viel Erfolg – Lust und Liebe – GINA

  • Antworten August 5, 2015

    vaible

    Danke für die zahlreichen Vorschläge und das durchweg positive Feedback.

    Für weiteres Feedback, Vorschläge oder einfach einen unverbindlichen Austausch stehen wir euch gerne auf unsere Facebookseite zur Verfügung!

    Auch ein großes Dank an Theresa für die Möglichkeit uns hier zu präsentieren sowie an meine Partnerin Julia, die einen wundervollen Artikel über unseren teils sehr verrückten Alltag geschrieben hat. Danke für deine Geduld!

    -André

  • Antworten August 16, 2015

    Henning

    Hey,

    ich wollt‘ nur auch mal schnell loswerden, dass ich das was vaible da macht, wahnsinnig gut finde.

    Also André, chapeu!

    Noch hatte ich leider keinen Kontakt zu Euren Schmuckstücken, aber was nicht ist, kann ja noch werden, wa? 😉

    Macht weiter so.

    Liebe Grüße und einen schönen Wochenanfang.

    Henning

Leave a Reply