Orgasmus zum Lunch?

Ihr kennt mich, ich versuche wirklich immer ehrlich zu sein – und so fiel auch mein erstes Fazit zum Womanizer in der NEON eher nüchtern aus:

Auf den ersten Blick sieht der „Womanizer“ aus, als könne man ihn in Chantals Nagelstudio basteln lassen: eine Art Babyfieberthermometer fürs Ohr, mit Leopardenmuster und Strasssteinchen verziert. Aber es zählen ja die inneren Werte. Und die sollen es in sich haben.

Ich konnte den Hype um das Teil ehrlich gesagt lange nicht ganz nachvollziehen – ja, es bringt mich in Minutenschnelle zum Orgasmus – na und? Das können andere schließlich auch. Ich bin anscheinend anatomisch so privilegiert und im Kopp längst so frei, dass ich in meinem ganzen Leben noch nie gesteigerte Orgasmusprobleme hatte. Juhu, die nächste Runde geht auf mich!

Denn wie das eben immer so ist mit Privilegien im Leben, sobald man anerkennt, dass man sie hat, kann man sich auch denen widmen, die sie nicht haben. Und mit „man“ meine ich mich und mit „denen“ meine ich: euch. Denn ja, auch in meinem Umfeld gibt es Frauen, die mit dem Womanizer den ersten Orgasmus ihres Lebens hatten – und seit ich am Sexualmedizinerkongress vergangenes Wochenende so ganz unverhofft noch viel mehr über die pulsierende Druckwellentechnologie gelernt habe, die in diesem Ding steckt und ursprünglich auf Rezept verschrieben wurde, kann ich nix anderes mehr sagen als: ja! Super!

Wie am Bild unschwer zu erkennen ist, wurde seit meinem Test vor zwei Jahren auch noch am Strasssteinchendesign ziemlich gefeilt und mir wurde von euch Lesern mitgeteilt, dass in Zwischenzeit auch der Druckwellenmechanismus, den ich in der NEON als eine Art Saugegefühl Intensitätsgrad ausgehungerte Babykatze, nur ohne die spitzen Zähnchen, zum Glück beschrieben hatte, verfeinert.

Und jetzt heißt natürlich die Superpreisfrage: Und wie fühlt sich das jetzt an? Genau an dieser Schnittstelle kommt ja normalerweise die geneigte Sexkolumnistin ins Spiel, um euch Das Gefühl vong Da Untenrum möglichst blumig (oder eben auch nicht) und präzise (hoffentlich) weiterzuvermitteln. Dafür gibt es einige praktische Adjektive für den groben Eindruck – rumpelig, intensiv, zart, spitz, fordernd, pulsierend…aber natürlich liegt es in der Natur der Sache, dass ich Dir niemals wirklich sagen können werde, wie sich das bei Dir anfühlt. Auf deiner Klitoris. In deinem ganzen Unterleib.

Und so bleibt bei allen schlauen Worten ja immer auch ein Restrisiko beim Sextoy-Kauf. Ist das was für mich? Gefällt mir das? Sobald das Hygienesiegel von der Verpackung erst mal runter ist, ist das zumindest dem Verkäufer in der Regel herzlich egal. Und joah, bei einem 160-Euro-Toy ist dann eben auch das Restrisiko gar nicht mal so klein. Und jetzt nochmal: Applaus für den Womanizer!

Der erobert sich nämlich gerade mit einer schön-kontroversen PR-Aktion mein Sexbloggerinenherz. Am 1. und 2. Dezember öffnet nämlich der „First Female DIY Store“ in der Seven Star Gallery in allerbester Berlin-Mitte-Lage seine Türen und wie der Name schon vermuten lässt, soll und darf es da direkt hands-on werden. In einem abgetrennten, schalldichten Separée hat die Mittagspause vielleicht eher das Zeug, zum Highlight zu werden, als mit einem labbrigen Tupperdosensalat vor dem Bildschirm.

Wir stellen immer wieder fest, dass Frauen Hemmungen davor haben, sich ein Sextoy
zu kaufen. Viele können sich nicht vorstellen, welchen Mehrwert die Benutzung von
Liebesspielzeug für das eigene Liebesleben generiert. Wir möchten die Frauen eines
„Besseren belehren“ und deshalb bieten wir die Möglichkeit sich vor Ort von der Qualität
und vom Gefühl zu überzeugen“ sagt Johanna, die coole Pressesprecherin, und jetzt kommt´s: „Als kleinen Anreiz dürfen die ersten 100 Frauen, die es ausprobieren, das
„Test-Toy“ behalten. Die Produkte haben zusammen einen Wert von 15.000 Euro –
sozusagen ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk.

Habt ihr gehört, liebe Berliner? Ihr dürft jetzt in der Mittagspause masturbieren! Und bekommt auch noch was geschenkt dafür! Okay, ob Frauen, die davor noch nie ein Toy in der Hand hatten, jetzt munter in eine Galerie spazieren werden um sich gepflegt die Perle polieren zu lassen – sagen wir mal: ich bin gespannt. Und: ich wünsche euch diese garantiert wunderbar abstruse Erfahrung.

Und zwar so sehr, dass ich gemeinsam mit dem Womanizer für euch zwei Gästelistenplätze für die Eröffnungsfeier am 30.11. um 18:00 klar gemacht habe. Da könnt ihr dann in Gesellschaft von Presse und Schickeria masturbieren. Ich stell mir das gerade so vor: Schnittchen, Sekt, Orgasmus – what´s not to like? Könnte ein Freundinnen-Abend werden, an den ihr noch lange gackernd zurückdenkt.

Um teilzunehmen, erzähl mir einfach hier in den Kommentaren oder unter dem entsprechenden Facebook-Post mit wem du gerne hingehen würdest, weil du ihr noch viel, viel mehr Orgasmen wünscht! Teilnahmeschluss ist der 27.11., 12:00, teilnahmeberechtigt sind alle ab 18 Jahren mit Klitoris, der Rechtsweg ist selbstredend und wie immer ausgeschlossen.

Herzlichen Dank an den Womanizer für diese super Idee und die nette Zusammenarbeit!

Titelfoto: Aaron Tsuru (c) Tsurufoto.com

Produktfotos: Womanizer

Theresa ist Journalistin, Digitalnomadin und die Gründerin von Lvstprinzip. Sie mag Hendricks Tonic mit viel Gurke und selbstironische Männer mit Bart.

2 Kommentare

  • Antworten November 24, 2017

    Joellie

    alle Menschen sollen Orgasmen haben, die sie immer wieder aufs Neue umhauen und strahlen lassen. daher müsste ich wohl Streichhölzer ziehen, wer meine Abendbegleitung sein soll. darauf, dass der Einlass mit einem Stempel geregelt wird, den ich anfeuchten und meinen Freunden auf die Handoberfläche drücken kann, hoffe ich lieber nicht – ist ja nicht mehr 1997… das Jahr in dem ich zum ersten Mal – heimlich und viel zu jung – in einem Sexshop war. ach, ich weiß es nicht, ich gönn es allen!

  • Antworten November 24, 2017

    Jule

    Das Konzept des Stores finde ich wahnsinnig gut. Ich war schon öfters in Sextoyshops und habe gefühlt, ausprobiert und abgewogen. Natürlich in und an der Hand. Wie sich das dann an der richtigen Stelle anfühlt kann frau immer nur schätzen. Da finde ich die Idee, die Produkte live vor Ort testen zu können wirklich großartig. Byebye nicht beachtete Toys, die man weder zurückschicken, geschweige denn weiterverkaufen kann (wenn sie wirklich doof waren, möchte man das ja noch nicht mal einer Freundin weitergeben und empfehlen).
    Und gerade bei dem gehypten Womanizer wirklich eine gute Idee. Der weckt in mir nämlich bisher mehr Skepsis als Kaufreiz.

    Schade, dass der Store in Berlin ist. Leider werde ich an dem Tag auch nicht von Köln nach Berlin reisen können, deshalb darfste mich gerne aus dem Gewinnspiel ausschließen. Kommentieren wollte ich aber trotzdem 😉

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