Pornfilmfestival 2015 – cannotfuckingwait!

Noch einmal schlafen, dann kommt das Christkind! Zumindest in Pornotopia. Denn für uns ist das Pornfilmfestival quasi wie Weihnachten. Und das sind auch tatsächlich die beiden einzigen Termine, die ich für nichts auf der Welt verpassen würde – und zwar sprichwörtlich. Vor zwei Jahren bin ich sogar aus Myanmar dafür angereist. Scheiß auf Pagoden, Tempel und den ganzen jahrtausendealten Krempel – nichts geht über den ultimativen Pornfilmfestival Mindfuck!

Aber was genau passiert da eigentlich? Es ist wie mit der Liebe – die ganze Sache einem Außenstehenden zu erklären, fällt mir manchmal gar nicht so leicht.

Stell dir einen Ort vor, an dem jede legale sexuelle Orientierung einfach mal klar geht. An dem sie nicht nur normal ist, sondern auch gefeiert wird. Ein Ort, an dem unsere inneren Freaks zum Spielen rauskommen und sich mit anderen Freaks Highfives und Zungenküsse geben. Die geifernden alten Männer in Ballonseidejacken lassen wir auf der Venus. In Pornotopia ist es hip, feministisch, queer und freundlich. Ich bin da zuhause, weil ich mich nicht mehr erklären muss.

Das Pornfilmfestival Berlin hat einen öffentlichen Raum erschaffen, wo sich für fünf Tage Menschen treffen, die in ihren Meinungen noch nicht festgelegt sind. Sie stellen die Deutungshoheit der Meinungsmehrheit in Frage und hinterfragen sich auch ständig selbst. Mal kämpferisch, meistens launig und immer lustvoll. (…)

Begehren ist kein Politikum – die Darstellung unseres Begehrens ist es allerdings schon. Und deswegen ist das Moviemento in den kommenden fünf Tagen für mich der wichtigste Ort der Welt. Zum Beispiel beim Eröffnungsfilm – dem heiß ersehnten Schnick Schnack Schnuck – präsentiert, wie könnte es anders sein, von Lvstprinzip! Am Mittwoch um 19:30, oh kommet bitte zahlreich und sagt hallo!

qhcuxE8pnol-nV6Ky6EC5BJ0NiwXF-_9tgIs46XJKSk

Außerdem lvstig am Start – Underground Dance im Panel Political Porn am Donnerstag um 12:15 und Freitag um 19:30. Ihr erinnert euch an unsere superspannende Ubahn-Aktion im Sommer, bei der wir zum Welthurentag auf die öffentliche Demaskierung von Sexarbeit aufmerksam gemacht haben? Jetzt gibt´s den Kurzfilm dazu. Wer schon immer mal sehen wollte, wie ich eine Boombox und ein paar Jacken halte und mir angestrengt auf die Lippen beiße, um nicht laut loszulachen bei der Reaktion der Passanten auf eine an der Ubahn-Haltestange strippende Frau – bittesehr.

Außerdem ganz weit oben auf der „jetzt reden wir schon so lange davon und ich bin doch schon so gespannt“-Liste: der ebenfalls erfolgreich mitgecrowdfundete Fairtrade Tanzporno „Quintet“ von David Bloom. Hingabe, Somatik, Gemüseorgie, gib´s mir Baby!

Am Donnerstag um 19:45  und am Samstag um 14:45.

Wird voll gut, oder? Ja, wird verdammt gut. Und dasselbe gilt für das restliche Programm. Ich werde mir jetzt wie jedes Jahr so eine Art Pornostundenplan basteln und mich dann so wie jedes Jahr ärgern, dass ich mich nicht vierteilen kann, um auch wirklich ALLES ALLES ANZUSCHAUEN.

Auf jeden Fall erwähnenswert ist schon mal der barrierefrei zugängliche Programmschwerpunkt Sex und Behinderung – ein Thema, über das ich schon seit hunderttausend Jahren hier auf Lvstprinzip schreiben möchte, aber gefühlt einfach nicht den richtigen Zugang zwischen Hemmung, Neugierde und Voyeurismus finde. Hallo Tabu! Lasst uns dorthin gehen, wo es erst so richtig interessant wird. In den nächsten fünf Tagen ist das definitiv das Pornfilmfestival Berlin.

Kommst du auch? Was wirst du dir ansehen? Worüber soll ich berichten? Tips, Anregungen, Wünsche? Ab damit in die Kommentare!

Und falls du Lust auf Indieporno, Alternative Porn Slow Porn und Porno für Frauen hast, aber dich nicht ins Kino traust: auf Lustcinema.com findest du die bestkuratierten Sexfilme vom ganzen Internet! Und wenn du dich über diesen Affiliate-Link anmeldest, hab ich auch noch was davon. Quasi ein Drink an der Bar, den du mir gar nicht extra ausgeben musst, sondern auch noch guten Porno dafür bekommst. Win-Win Baby, ich wusste doch das läuft mit uns!

 

Titelfoto: Aaron Tsuru (c) Tsurufoto.com

Theresa ist Journalistin, Digitalnomadin und die Gründerin von Lvstprinzip. Sie mag Hendricks Tonic mit viel Gurke und selbstironische Männer mit Bart.

2 Kommentare

Leave a Reply