Cache – ein Text von Ruth Herzberg

Ich mag es nicht, wenn die Frau in Kamera guckt und so tut, als wäre sie geil. Wenn sie in die Kamera guckt, kann sie alles kaputt machen. Ich mag es nicht, wenn sie rasiert sind, aber eigentlich auch nicht, wenn sie nicht rasiert sind. Ich mag sowieso keine Großaufnahmen von Geschlechtsteilen.

Ich mag es nicht, wenn sie ihm einen bläst und dabei in die Kamera guckt. Ich mag es nicht, wenn sie sich zu schnell bewegt, wenn sie ihm einen bläst. Ich mag es nicht, wenn der Mann die Frau kaum anfasst, und er stattdessen gleich seinen Schwanz rausholt, damit sie ihn in den Mund nimmt.

Artruth

Ich mag es nicht, wenn beide von Anfang an nackt sind. Ich mag es, wenn am Anfang alle angezogen sind und sie vorher noch ein bisschen reden. Ich mag es, wenn irgendeine Art von Situation erzeugt wird. Ich mag es, zu wissen, jetzt sind sie noch angezogen und reden, aber wenn ich den Film fünf Minuten vorspule, dann liegt sie bäuchlings auf dem Bett und einer fickt sie von hinten und sie hat den Schwanz von dem anderen im Mund.

Ich mag es, wenn mehr als zwei Personen mitmachen. Ich mag es, wenn sie sich ein bisschen verkleidet haben. Als Dienstmädchen oder Sekretärin oder Ärztin. Ich mag es, wenn die Frau ein bisschen schamhaft tut. Wenn der Mann sie überzeugen muss, sich auszuziehen. Wenn er ihr dabei hilft.

Ich mag es, wenn er mit ihren Brüsten spielt. Ich mag es, wenn ihr BH nur nach oben oder unten geschoben wird und ihre Brüste über dem BH hängen, oder von ihm nach unten gedrückt werden. Ich mag es sowieso, wenn die Darsteller nicht komplett nackt sind.

Ich mag es, wenn sie große Brüste hat oder einen dicken Hintern. Der Mann darf nicht zu schön sein, aber auch nicht zu hässlich. Er kann ruhig einen Bauch haben. Er soll um die 30 sein.

Es ist schwierig einen Porno zu finden, wo der Mann nicht eklig ist. Eine sexy Frau zu finden, ist meistens einfacher. Deswegen versuche ich, die Männer gar nicht anzusehen, weil die meisten so abtörnend sind und versuche mich auf die Frau zu konzentrieren und was er mit ihr macht.

Es dauert lange, einen halbwegs erregenden Porno zu finden und dann brauche ich maximal zwei Minuten um zu kommen. Ich sehe meistens nur ein Stück vom Anfang, wenn sie reden und die Sachen anhaben, dann springe ich ein paar Minuten weiter, wenn es ans Ausziehen geht und dann ein bißchen Fickerei, aber das letzte Drittel brauche ich gar nicht.

Kein Abspritzen, kein Sperma in ihrem Gesicht, oder auf ihrem Arsch oder ihren Titten. Da ist das Fenster schon zu, der Verlauf gelöscht, der Cache geleert und ich habe mir längst
geschworen, mir so was nie wieder anzusehen.

idealsituation

Wieder mal ein großer Fangirl-Moment auf Lvstprinzip – mit knappen Worten und klaren Strichen umreißt Frau Ruth  die Naja-Zustände unseres Alltags so klar, dass ich eigentlich immer entweder laut lachen muss oder Alpträume bekomme – ihr Ebook Wie man mit einem Mann glücklich wird: Beobachtungen
ist jedenfalls ein absolutes Muss für jeden entspannt-desillusionierten Haushalt.

Text und Illustrationen: Ruth Herzberg

Titelfoto: Aaron Tsuru (c) Tsurufoto.com

Hallo, ich bin Theresa und ich mag Sex! Deswegen habe ich Lvstprinzip gegründet.

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