Es gibt einfach keine guten Männer mehr

Die Zombieapokalypse ist ausgebrochen und es sind nicht mehr genügend Penisse für alle da. Das sagen zumindest die Blicke der anderen Frauen auf dieser Party, als ich meine Jungs umarme: viel zu lange, weil wir uns eben auch viel zu lange nicht mehr gesehen haben.

Was hab ich denn jetzt schon wieder verpasst, wer mit wem, und vor allem: wieso?

Weil ich, all ungeschminkt-frischgetrennt-tiefenentspannt gerade wirklich nichts anderes will, außer zu wissen was denn das Leben so macht, dauert es ein bisschen länger, bis auch bei mir der Groschen fällt. Ich bin in einer Runde “es gibt einfach keine guten Männer mehr” gelandet. Mal wieder.

Ich habe schon sehr viel Lebenszeit lieber auf neue Orte statt auf die Jagd nach besagten “guten Männern” verwendet und kann mich an keine Stadt in den letzten vierzig Ländern erinnern, in denen mal eine Single-Frau nach dem dritten Drink gesagt hätte: „Also da kannst du sagen, was du willst, aber die Männer hier sind einfach fantastisch!“ Vielleicht müsste ich dazu mal nach ….Karlsruhe, oder so?

An den Orten, an denen ich mich meistens so rumtreibe, sind eher so Leute wie L. L. verdient ihr Geld mit Bikinifotos und ihren mehreren 100.000 Instagramfollowern und sagt dabei Sätze wie: „Ich date nur Männer, die total durchtrainiert sind. Das zeigt mir, dass sie Disziplin haben.“ Mit dieser Disziplin müssen die Männer sich dann auch erst mal ordentlich ins Zeug legen, bevor sie ihr an den Bikini dürfen, obwohl L. eigentlich auch sehr oft sehr gern einfach nur vögeln würde. Aber das geht natürlich nur, wenn der Typ sie auch richtig will. „Ich frage mich immer: ist das einer, der mich auch zu einem Chemotherapietermin fahren würde?“ Drei Dates, Minimum. Danach rufen sie L trotzem oft nicht mehr an. Inzwischen hat L nur noch One Night Stands. „Sonst kommen mir doch die Hormone dazwischen“.

Danach erzählt sie mir stolz, dass sie sich für nächste Woche mit zwei Jungs zum Pegging verabredet hat. „Ich will da so richtig in meiner Dom-Rolle aufgehen und sie durchficken wie kleine Schlampen“ erklärt sie mir, und ich setze mein neutralstes Sexualforscherinnengesicht auf, als ich nachhake: „Fühlt sich Analsex denn so für dich an?“ „Naja, das ist jetzt nicht unbedingt was, was ich zum Spaß machen würde. Eher so ein Boyfriend Treat, zum Jahrestag, oder wenn er was richtig gemacht hat.“ Noch bevor ich Luft holen kann um zu einem Monolog über Macht und Sexualität als Währung anzusetzen, winkt sie ab: „Wovon red ich eigentlich. Es gibt ja eh keine guten Männer mehr.“ Auf Facebook teilt sie Posts von Elite Daily. 10 Reasons why Men can´t handle a deep woman. Ich denke mir 1. du nervst, 2. du bist vielleicht ein bisschen anstrengend, 3. wie wärs wenn du dir erst mal selbst überlegst, was du eigentlich willst, bevor du dir überlegst, was denn “Männer” im allgemeinen so “wollen”?

In solchen Momenten fühle ich mich oft ein bisschen alt und weltfremd. Und dankbar für alle “guten” Männer in meinem Leben, mit denen ich diesen Krieg nicht (mehr) führen muss.

Es sind die, mit denen ich so gut befreundet bin, dass wir uns schreiben: hey, ich mach irgendwie alles, aber irgendwie geht´s mir immer noch nicht gut – was macht man denn da? Und ich antworte: eine Tasse Milchreis aufkochen mit einer Tasse Wasser und einer Tasse frischgepresstem Orangensaft. Mit Zimtzucker, Rosinen und Sternanis abschmecken und mit gerösteten Mandelsplittern bestreuen. Nach Belieben ein Schuss Schlagsahne.

Seit ich aufgehört habe, Männer auf ein Podest zu heben und einfach grundlegend den Respekt vor dieser ganzen Dating-Angelegenheit im Allgemeinen verloren und mich von dem Gedanken verabschiedet habe, zu jemandem aufzuschauen, der mich dann vervollständigt, ist mein Leben doch irgendwie einfacher geworden. Augenhöhe und so.

Und auch, wenn ich von außen oft so das Gefühl habe, dass es als Typ eigentlich fast schon reicht, sich selbstständig die Schuhe zubinden zu können und generell wenig Mundgeruch zu haben, damit deine Freundinnen “Mensch prima, endlich hat´s bei dir auch mal geklappt!” rufen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass uns die Männer in absehbarer Zeit ausgehen, statistisch gesehen jetzt doch tatsächlich eher gering.

Ich sag das sehr oft, weil ich fest daran glaube: Die richtigen Menschen werden zum richtigen Zeitpunkt und aus den richtigen Gründen in deinem Leben sein. Und sie sind grundsätzlich nicht dazu da, um uns glücklich zu machen. Sondern um uns etwas an uns selbst zu zeigen: ein Rohrschachtest unserer eigenen Projektionsflächen.

Und ob wir dabei dann total deep sind oder uns sexuell krampfhaft zurückhalten, uns von unseren eigenen Wünschen abspalten oder sonst wie versuchen zu gefallen: geschenkt. Natürliche Selektion. If the love doesn´t feel like 90s R´n´B, I don´t want it.

Und für den Rest gibt´s doch zum Glück wirklich gute Sextoys.  Also lasst uns die Zombieapokalypse fürs erste doch einfach noch so ein bisschen vertagen.

Die gute Nachricht ist nämlich: unter allen Single Ladies verlosen wir heute gemeinsam mit Womanizer den ebenso superschicken wie ultraneuen Druckwellen-Rabbit-Vibrator “Inside Out” im Wert von 189 Euro. Verrate uns dazu ganz einfach bis 18. Februar in den Kommentaren, wie du die Welt vor der Zombieapokalypse retten wirst. Teilnahmeberechtigt sind alle mit Klitoris in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Herzlichen Dank an Womanizer für die freundliche Unterstützung!

Titelfoto: Aaron Tsuru (c) Tsurufoto.com

Produktfoto: Womanizer

Hallo, ich bin Theresa und ich mag Sex! Deswegen habe ich Lvstprinzip gegründet.

17 Kommentare

  • Antworten Februar 14, 2018

    Kathrin

    Nix Zombie’s – Männer sind auch nur Menschen, wie Frauen auch, da gibts nix zu retten. Sondern zu nehmen und zu lieben. Und zu lassen, wenn er nich geliebt werden will. Und hey, ja zum Glück gibt es gute Toys… ich liebe meinen “Womi” und ja, ich würde mich sehr über diesen stylisch neuen Freudenspender freuen ✨

  • Antworten Februar 14, 2018

    Bianca

    Von welcher Zombieakolypse reden wir denn?
    Ich gehe mal von der (Zombie)apokalypse aus, bei der es nicht mehr genug „gute Männer“ gibt…
    Hm, dann suche ich mir einfach ein paar nette Mädels und hab mit denen Spaß? ;)
    Und dann gehen wir gemeinsam auf „Männerjagd“… Männer wollen doch immer mehrere Frauen gleichzeitig, dann filtern wir eben gemeinsam die „guten Männer“ raus und produzieren einfach neuen, „guten“ Nachwuchs *lol*
    Okay, das ist abgedreht… :D
    Happy Valentine‘s Day trotzdem :p

  • Antworten Februar 14, 2018

    K.S.

    Hi, also ich habe genug Männer in meinem Haushalt und in der restlichen Familie um ebenfalls zu beruhigen und sagen zu können, es gibt noch genug Männer auf dieser Welt 😉

    Die Zombieapokalypse stelle ich mir weitaus schlimmer vor. Nachdem ich Zombies hasse und auch keine Filme sehen kann.
    Im besten Fall würde ich es früh genug erfahren, mir den Mann meiner Träume schnappen und dann vögeln bis uns die Zombies finden. Bevor sie mich auffressen werd ich mich wohö noch schnell selber killen.
    Mit dem Tod hab ich nämlich kein Problem.😂😂
    Tut mir echt leid das ich nicht mehr zur Weltrettung beitragen kann.

    Grundsätzlich ist ja Liebe die Antwort auf alles!

  • Antworten Februar 14, 2018

    daniel

    Mein Mundgeruch hält sich in Grenzen und ich muss an einem durchschnittlichen Abend nur ca. 3 Mal meine Schuhe neu binden.
    Irgendetwas erfüllt mich … ist es etwa … stolz?
    Na, danke!

  • Antworten Februar 14, 2018

    Corinna

    Da die ‘Welt” für mich schlicht meine Wohnung (aka my castle) ist, rette ich sie ganz schlicht: Wasser-
    & Essensvorrat anlegen, die Liebsten dazu holen und warten/lesen/chillen/popcornessend zusehen wie die Zombies von dannen ziehen. POW!

  • Antworten Februar 15, 2018

    Xenia

    Ich bleibe einfach mit dem womanizer im Bett oder in der Badewanne. Keine schlechte Art zu sterben… Es gibt mindestens so viele “schlechte Frauen”, wie “schlechte Männer”. Man muss nur die oder den finden, mit deren bzw dessen Macken man bis auf weiteres klar kommt. 🙃

  • Antworten Februar 15, 2018

    Sunny

    Wie im Film “Warm Bodies”, der wohl besten (und einzigen) Zombie-rom-com ever, gut beschrieben kann die Liebe auch das Zombie-sein kurieren. Demnach werde ich wohl ein Team aus Menschen voller Liebe erstellen, einen Liebe-vervielfältigungs-generator bauen und dann die Liebe per W-Lan-strahlung über die Welt verteilen. Nebenbei wird sich dann nicht nur das Zombie-problem lösen sondern es wird Frieden geben und das Welthunger-problem beseitigen. Denn die Liebe ist die Lösung für alles und wenn die mächtigen Deppen da draußen das auch mal verstehen würde und anstelle von Macht mal geil nach Liebe wären, wäre die Welt definitiv ein besserer Ort. Also, am besten bei sich selbst anfangen! Go and love yourself!

  • Antworten Februar 15, 2018

    Monika

    Bei einer Zombie Apocalypse würde ich mich mit dem Womanizer Inside Out bewaffnen. Den würde ich nämlich immer und immer wieder benutzen. Und falls es den Zombies trotz intelligenter Verbarikadierung doch gelingt, werden sie sicher von meinen tiefen Grunzlauten, gellenden Lustschreien oder anhaltendem Stöhnen so sehr verstört und verprellt, dass sie sich schleunigst andere Gehirne suchen. Oder aber angeheizt durch mich damit beginnen selbst an sich rumfummeln und mich in Ruhe lassen. Das macht sowieso viel mehr Sinn als andere Menschen kaputtzufressen!

  • Antworten Februar 15, 2018

    Anne

    eigentlich schön treffend wie du selber schriebst: ungeschminkt-frischgetrennt-tiefentspannt – ein schöner Zustand! Ein Zustand der so einiges retten kann vor jeglichen Apokalypsen, die die (Geschlechter-)Welt so bietet und bereithält. Fröhlich durchs leben wandern, glücklich unterwegs mit sich selber sein und sich freuen wenn man auf Männer trifft, die gleich ticken. Und einer davon bleibt einem dann vielleicht :)
    Rettungsplan: Albernheit, Kuriositätenvorliebe, Fröhlichkeit, und immer schön flexibel bleiben

  • Antworten Februar 15, 2018

    Hanna

    Die Zombieapokalypse wäre nicht, wie man in der Regel annimmt, durch einen Virus ausgelöst worden, sondern durch einen verrückten Nekromanten namens Derg, der damit seinen allgemeinen Welt- und Menschenhass ausdrücken würde. Weil er auch noch einen großen Geltungsanspruch hatte, hatte er ein Bekennervideo ins Netz gestellt. Ich hätte ihn als ehemaligen Exboyfriend meiner Mutter erkannt und würde ihn in der Kapelle des alten Friedhofes meiner Heimatstadt aufspüren. Ich hätte Horden von Zombies mit meiner Schrotflinte erschießen müssen, um zu ihm zu kommen. In der Kapelle angekommen, würde ich herausfinden, dass er außerdem den mehrfachen Verlust meine Mutter nicht hinnehmen konnte (erst die Trennung, dann ihr Tod). Ein weniger offizieller, doch eigentlich treibenderer Grund seiner nekromantischen Zombieapokalypse sei der Plan ihrer Wiedererweckung gewesen. Ich würde all dies erkennen an dem peinlich kitschigen Schrein in der Kapelle und ihm mitteilen, dass unsere Mama verbrannt worden ist (therefor no resurrection) und er würde weinend zusammenbrechen. Ich würde währenddessen die notwendigen Drudenfüße zerstören und alle Zombies würden als leblose arme Leichen zu Boden fallen. World saved.
    What things are we willing to do, when we lost/love someone! <3

  • Antworten Februar 15, 2018

    Jennifer Gruber

    Als Sexualtherapeutin würde ich Phaeromone in die Luft spritzen und hoffen, dass das Lustzentrum im Gehirn der Zombies reaktiviert wird und sie sich gegenseitig vernaschen ;)

    Realistisch würde ich mein Haus sichern und Vorräte kaufen ohne Ende.

    LiGrü
    Jennifee

  • Antworten Februar 15, 2018

    Marlene

    Die Zombieapokalypse ist genauso wie Kommentare à la “es gibt einfach keine guten Männer mehr”, “alle sind immer unfreundlich” und “das Wetter ist immer so schlecht” natürlich eine Einstellungssache! Daher würde ich im Batwoman-Style meinen Superscheinwerfer aufstellen, der in hypnotischem Pendel über die Stadt streift und die Gehirnströme aller Zombies (und auch aller restlichen Menschen) ins Positive verändert. Das Gleiche würden natürlich andere Alltagssuperheld*innen weltweit auch in ihrer Stadt machen. Am Ende leben Menschen und Zombies in harmonischem Einklang, unterschreiben die Allgemeine Erklärung für Zombie- und Menschenrechte, halten den Klimawandel auf, beenden Hunger und Armut weltweit und schaffen den Kapitalismus ab. Yeah! Und natürlich gibt es immer alle Sextoys für alle immer umsonst!

  • Antworten Februar 15, 2018

    Felice

    Mit positivem Vorbild offen und glücklich vorangehen. Vielleicht kann man es dann sogar wagen, sich mit ganzem Herzen auf einen der Zombies einzulassen um zog Küsse später festzustellen, das ist ja gar keiner von denen. Solang man in die gleiche Richtung schaut, ist alles möglich.

  • Antworten Februar 17, 2018

    Ami

    Zombieapokalypse? Ich seh hier noch genug “gute” Männer/Menschen…
    Sich selbst lieben, in der Lage sein, andere zu lieben und ab und zu mal einfach alle Regeln zu vergessen könnte im Falle des Falles aber vielleicht helfen.

  • Antworten Februar 17, 2018

    Elisabeth

    Welche Zompie Apokalypse? Die wird mit so viel Liebe überschwemmt, die kommt doch gar nicht weit :o)

  • Antworten Februar 19, 2018

    Katharina

    Ich steig erst mal in die Zeitkapsel, drehe die Uhr um 17 Stunden zurück und freue mich das Prinzip des Zeitreisen endlich entschlüsselt zu haben. Denn so kann ich nun auch alle Zombies prezombisieren, da wir Zeit und Zeit und Zeit zur Entwicklung der Nix-Da-Zombie-App haben. Juché! Und damit es nicht langweilig wird, kann ich es mir dann so richtig schön mit dem Womanizer besorgen!

  • Antworten Februar 19, 2018

    Nadine

    Sehr schöner Text 😉 Zombies? Haben wir doch schon genug. Versuch mal gegen ein Smartphone anzuflirten! Also ihr Smombies, Handys weg und Liebe machen! Falls das nicht gelingt, hoffe ich auf diesen tollen Gewinn und verkriechen mich ins Bett!

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