Toyboy? Yes Please! Ein Text von Katha

Neulich hat eine Freundin von mir spontan geheiratet. Einen Mann, den sie noch nicht mal ein Jahr kennt und der zudem 16 Jahre älter ist als sie. Das könnte mir nicht passieren – vor allem letzteres nicht.

Ein 16 Jahre älterer Mann, der wäre 50. Nein, so ein Altersunterschied kommt nicht in Frage – ganz klar. Zumindest nicht nach oben, nach unten sähe das schon anders aus: 34-16= 18. Passt, würde ich sagen. Denn ich gehöre zu dieser eher noch seltenen Spezies Frauen, die auf jüngere Männer steht. Immer schon.

Es ging los als ich 18 war und für ein paar Monate mit einem 16-jährigen Jungen aus meiner Schule zusammen war. Er hat auf einer Party nach einem kurzen Gespräch meine Hand genommen, wir sind spazieren gegangen, er hat mich geküsst und dann war alles klar. So läuft das in dem Alter, spontan und unverkrampft. Ich, das platinblonde Mädchen aus der 13, das bald Abitur machen würde, war nun mit Sebastian aus der 11 zusammen. An meiner Schule war diese ungewöhnliche Liason schnell ein Skandal, unsere Namen waren in aller Munde und meine Leidenschaft geboren: jüngere Typen.

Das war im Jahr 2000, bevor es zu einer Mode unter Stars und Sternchen wurde, sich einen Toyboy zu halten. Seitdem zieht sich das durch meine Männerbiografie. Zwar gab es da auch immer wieder gleichaltrige Männer oder solche, die drei oder vier Jahre älter waren, ein viel älterer Typ war jedoch nie dabei und meine Sehnsucht sagt ganz klar: jünger. Seufz!
Mit 26 gab es da beispielsweise noch Philipp, einen 18jährigen Kollegen, der den gleichen Nebenjob wie ich hatte. Immer wenn er zwischendurch mal eine rauchen ging, hatte ich ganz zufällig auch Zigarettenschmacht und lauschte zwischen den Rauchschwaden voller Engelsgeduld seinen Geschichten aus der Schule. Wir haben uns dann irgendwann mal zufällig in einem Club getroffen, in der Nacht wild geknutscht und ab da war ich big in love, musste Tag und Nacht an sein schönes Gesicht und seine Wuschelhaare denken.

Philipp hatte wahrscheinlich zu viel mit seiner Abivorbereitung zu tun oder stand vielleicht tatsächlich auf gleichaltrige Mädels, daten wollte er mich jedenfalls nicht. Damals war ich tagelang geknickt, habe sogar geweint. Umso mehr hat es mich erleichtert, als ich neulich zufällig sein Facebook-Profil entdeckt habe, dessen Bilder mir eindeutig verraten haben, dass bei ihm mit jetzt 26 der erste Lack definitiv ab ist. Von der damaligen big love und den Schmetterlingsscharen im Bauch war nichts mehr zu spüren.

Jungs jenseits der magischen 25er-Grenze, sind halt einfach nur noch halb so hot.
Mittlerweile bin ich 34, am schönsten finde ich immer noch die Jünglinge zwischen 19 und 21. Und wenn sie etwas älter sind, dann sollten sie zumindest so aussehen wie 20. Meine Mutter sagte einmal: „Du wirst immer älter, aber die Männer die du magst, die altern nicht“. Hat sie wohl irgendwie Recht gehabt.

Jeder von euch, der dieser Obsession nicht verfallen ist, wird sich nun kopfschüttelnd fragen, was denn bitte dran sein soll an diesen Jungspunden. Kriterium Number one ist da ganz klar die unverbrauchte Schönheit. Wenn sie der Akne entwachsen, aber noch nicht in das Alter von Falten und grauen Haaren eingetreten sind, dann sind Männer einfach am ansehnlichsten – in meinen Augen versteht sich. Diese zarten, bubihaften Züge, weiche Haut…hach. Dass ich keine Bärte mag, muss ich wohl kaum noch erwähnen, oder?
Ok, die Sache mit dem Sex. Das kann natürlich schonmal gründlich schief gehen bei Typen unter 25. Sie wissen und sie können nichts trifft leider nicht allzu selten zu. Aber mal ehrlich, das kann auch bei fast 40jährigen passieren – habe ich auch schon erlebt. Und bei denen ist dann ziemlich sicher Hopfen und Malz verloren, während der 20jährige ja zumeist noch lernfähig und –willig ist. Und das Gehirn soll ja umso besser und schneller lernen können, desto jünger es ist. Andere Körperteile dann sicherlich auch.
Dann wäre da noch ein super wichtiger Punkt. Meine Erfahrung hat gezeigt: ältere Männer wollen dir total oft die Welt erklären. So nach dem Motto „Kleines, schau mir in die Augen, hör gut zu, ich sag dir wie der Hase läuft“. Das kann ich gar nicht haben. Statt von schräg unten den Mann bewundernd anzuschauen und an seinen Lippen hängend dem Monolog zu lauschen, verdrehe ich dann eher die Augen. Jüngere Männer kommen zum Glück recht selten auf die Idee, dir ihr umfassendes Wissen weitergeben zu wollen – das haben sie ja meistens auch noch gar nicht.

Ok, ihre Lebenswelt ist zumeist etwas anders als meine, die Lebensphase ist es definitiv. Aber hey, da kann ich ja die Jungs dann mit meinem reichen Schatz an Erfahrung beraten. Einen wohlhabenden Mann will ich auch nicht, einen Karrieretypen schon gar nicht, Familiengründung ebenso wenig. Ein junger planloser Student ist mir da schon lieber. Zumindest wenn er gerne reist und auch mal das eine oder andere Buch liest.

Und ja, liebe Kritiker, ich weiß, dass mein Männergeschmack mich mit ziemlich sicherer Wahrscheinlichkeit daran hindern wird, eine langfristige erfüllte ebenbürtige Beziehung zu führen. Und Hobbypsychologen mutmaßen vielleicht, dass ich genau deswegen auf die jungen Jungs stehe – aus Selbstschutz. Kann auch alles total gut sein. Aber wir wissen ja auch, dass es dieses Modell umgekehrt schon lange gibt: greiser Mann ehelicht schönes junges Model, das gerade der Minderjährigkeit entwachsen ist. Warum nicht einfach das Geschlecht umdrehen? Wie Justin Trudeau sagen würde: Because it´s 2016.

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Wenn Katha nicht gerade jüngeren Männern nachschmachtet oder mit mir gemeinsam auf Bali Kokosnüsse schlürft, bloggt sie auf So Nah und So Fern über das Reisen, die Liebe, das Leben und den ganzen Rest.

Text: Katha/ So Nah und So Fern

Headerphoto: Aaron Tsuru (c) Tsurufoto.com

Autorenphoto: Travelousmind

Hallo, ich bin Theresa und ich mag Sex! Deswegen habe ich Lvstprinzip gegründet.

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